Sonntag, 19. Juli 2015

Ismayli bis Seki

Der nächste Tag begann mit einem selbst zusammengestellte Fruehstueck, da wir uns ein Appartement gemietet hatten. Nun ja, kein Warmwasser für einen Tee oder Kaffee macht den Morgen nicht gerade zu einem Highlight. Bei der Vorbereitung zur Tour haben die Burschen mehrere Blogs durchforstet und sind auf wirkliche Hardcore-Reiseradler gestoßen, die sich in Aserbaidschan vor allem von selbst gefangenen Heuschrecken ernährten. Diese Viecher sind hier wirklich gross und man kann sich vorstellen, dass man von ihnen satt wird, aber wir wollten doch lieber die Supermarktkekse von vorgestern, die schon ein bisschen broeselig waren, den Schafkaese, der sehr nach ungeschorenem Schaf roch und schmeckte und ein Brot vom Vortag.
Dieses frugale Mahl gab uns die Kraft fuer die aktuelle Tagesetappe. 125km und 1300 Hoehenmeter.
Die Landschaft hat sich in den letzten Tagen sehr veraendert. Zuerst Küste, dann Wüste, Berge, Hügel, jetzt rollen wir durch die fruchtbare Tiefebene und sehen selbst errichtete, kunstvolle Holzzäune.
Kuehe stehen herum, gehen auf die Strasse, liegen wiederkauend irgendwo - Indien laesst gruessen. Auch die Schafe schauen bloed wie an der Nordseekueste. Diese Hindernisse muessen wir bei 35km/h beachten. Es ist einfach schoen, so in der Natur herum zu fahren.
Genauso schoen ist es, wenn sich junge Kellner an einem Tisch dazu setzen und alles wissen wollen und kein Englisch und kein Deutsch verstehen.
Das servierte Essen war zwar nur aserbaidschanischer Durchschnitt, aber die Rechnung war sehr klein.
Am Ende dieses Tages machte ich noch die Bekanntschaft mit dem Mann mit dem Hammer, der unvermittelt auf der schiefen Ebene mit einem Vorschlaghammer auf meine Energiespeicher hämmerte. Ich wurde hervorragend wieder aufgepäppelt mit 2 zerquetschen gefüllten nougat-croissants, einem Energie - Riegel, der nach richtig zergatschter Banane schmeckte und einem Liter Sprite, das bereits 25 Grad angenommen hatte. Aber dann ging es immerhin die letzten 10 km bis Seki weiter.
An den weiteren Verlauf des Abends konnte ich mich nicht mehr so genau erinnern. Ich glaube, ich bestellte zum Abendessen Tee, Hopfentee

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