Sonntag, 19. Juli 2015

Baku - Gobustan

Mit einstündige Verspätung starteten wir unsere Radtour. Leider war unsere Nacht sehr kurz, da Jus-studenten meinten, in unserem Stockwerk Party feiern zu müssen.
Egal - die raeder gesattelt, zwei drei hundert Meter Probefahrt, ob alles stabilisiert am Rad befestigt wurde, und dann ging es los. Ausfahrt aus Baku finden, Hügel Rauf zwanzig Minuten gekurbelt, einfach alles wunderbar! -- bis Peters Pedal nicht mehr hielt. Das Gewinde war schon ausgeleiert. Doch mit ein bisschen Kraft hielt das Pedal und eiert ein bisschen.
Peter meinte, dass dieses Problem nicht so schlimm sei und er sicher damit zumindest bis Tiflis kommen werde. So ist Peter: think positiv and act as a professional.
Die Ausfahrt aus Baku ist nicht wirklich schlimm, wenn man zu fünft unterwegs ist. Wir wechselten uns bei der Fuehrungsarbeit ab. Nach ca 2 h waren wir an der Grenze zur Wüste angekommen. Prächtig schonungslos lag sie vor uns. Ein leichter Seitenwind hieß uns willkommen! Viel Verkehr stroemte hinaus. LKWS, vollbeladen, kleine Autobusse, vollbeladen und wir fuenf vollbeladen (mit je 6 Liter Wasser, Fanta, Sprite) fuhren auf einer gut ausgebauten und asphaltieren Straße hinein zu den Schlammvulkanen und Starkstrommasten, die fett und breit die wüste durchzogen, leise summend das Lied von Volt und Ampere. Sie waren auch der Höhepunkt für einige Kilometer.
Alle 15 km gab es Tankstellen. Die Wärter winkten uns zu und riefen freundschaftlich : "Salam, salam".
Manchmal suchten wir eine auf, um ein kaltes Redbull oder nur Schatten zu konsumieren. Denn in der wüste gibt es keinen natürlichen Schatten und die sonne brannte unbarmherzig herunter. Trotz Sonnenschutzfaktor 30-50 konnten wir einander beim Braun-werden zu sehen. Martin sah schon nach einer Stunde wieder wie ein Türke mit perfekten Deutsch- und Englischkenntnissen aus. Bei mir dauerte es zwei Stunden zum Indianer. Paul und David kamen auch am Ende des Tages als sportliche, durchtrainierte Models an.
Auch wenn auf manchen Landkarten die Wüste als flache Landschaft dargestellt wird - entspricht dies nicht der Realität. Hügel Rauf, Hügel runter war die Devise.
Die Straße ist perfekt ausgebaut, wird aber nun um weitere 2 Spuren ergänzt. Diese waren für den normalen Verkehr gesperrt. Wir nahmen uns einfach die Freiheit und benutzten diese über mehrere Kilometer und konnten damit beruhigt unser eigenes Tempo fahren - oftmals sogar nebeneinander - was für ein befreiendes Gefühl!!
In Gobustan war dann bei einem Vergnügungspark Endstation, der ganz verlassen und einsam an der Grenze zur Wüste lag. Da ja noch Ramadam ist, wurde er erst nach Sonnenuntergang von Familien besucht. Wir versuchten uns Essen auf englisch zu ordern, was uns nicht ganz gelang. Die Rippchen, der Salat, das gegrillte Huhn schmeckten aber vorzüglich!
Den Abend liess ich auf der Terasse des Hotels allein mit regionaler Popmusik von einer Videowall ausklingen. Der Inhalt der Lieder war nebensächlich, die Videos waren ähnlich aufgebaut: Junge Menschen im fruchtbaren Alter fuhren im Auto eine Küstenstrasse entlang, tanzen am Strand und hie und da sah man sogar einen Bikini bzw. Eine längere Badehose. Das zweite Thema der Videos: zwei Menschengruppe tanzten auf der strasse (ähnlich wie in Westside story).
Nachdem ich diese Videos analysiert hatte, ging ich schlafen.

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