Mittwoch, 29. Juli 2015

bis Trabzon

Die Küste entlang zu radeln hat eine ganz besondere Qualität.  Man hört das Meer rauschen und sieht die Wellen rhythmisch gegen die Küste ziehen. Der Wind durchstreift die Teeplantagen an den Hängen und ganz leise surrt die Kette. In Gedanken versunken ziehen die Kilometer vorbei. Hie und da links eine Moschee, ein freundliches Gehupe, ein kindliches "Hello, hello". Und die Minuten verrinnen. Es ist ein Genuss, wenn man genug Kraft und Kondition getankt hat, einfach auf dem Fahrrad zu sitzen und repititiv die selben Bewegungen unbewusst auszuführen.
Nach 2 1/2 Wochen habe ich den Flow-Zustand erreicht, den ich mir das ganze Jahr gewünscht habe. Unbeschwert das Meer zu sehen, zu riechen, das Salz auf meinen Lippen zu schmecken und die Wärme zu spüren. Diese Eindrücke gehen bei mir direkt ins Langzeitgedächtnis und verfolgen mich in der kalten Jahreszeit und ich werde abhängig davon.
Heute haben wir den ersten Sandstrand auf unserer Reise unsicher gemacht. Das Wasser war ungewöhnlich warm in der Bucht. Martin und ich sind deshalb sehr weit aufs Meer hinaus geschwommen, um die Kälte zu spüren, die das Schwarze Meer auch ausstrahlen kann.
Paul hat es am Abend davor ordentlich erwischt - Brechdurchfall. Seine Pide war leider nicht in Ordnung. Die ganze Nacht und auch den Tag ging es ihm schlecht. Trotzdem radelte er brav die 80km des Tages. Über 15km bis zum Stadtschild von Trabzon führte er die Gruppe sogar an und legte ein Tempo vor, dass es in meinen Ohren pfiff.
Rize und Trabzon - unsere letzten beiden Stationen in der Türkei, unterscheiden sich für einen Reiseradler kaum. Sehr grosse Städte an den Kustenhang gebaut mit unendlichem Gewurle an Autos und Fußgängern, Geschäft an Geschäft gereiht. Wenn man mich in der Nacht betäubt in einen der beiden Städte aussetzen würde, ich könnte auf die Schnelle nicht sagen, in welcher ich mich befände. Die Menschen sind aber sehr sehr hilfsbereit. Sie zeigen den Weg oder fragen selbst jemanden für mich, der sich vermeintlich auskennt. Und irgendwie klappt es auch immer. Die Türken sind no-problem-people. Sie freuen sich, wenn sie helfen können. Und ich habe sie als hart arbeitende Menschen erlebt. Die Öffnungszeiten der Geschäfte werden mir an der Schwarzmeer-Kuste immer ein Rätsel bleiben. Die Tage unterscheiden sich nicht voneinander. Sonntag ist genau soviel los wie am Mittwoch oder Freitag.
Jetzt am Ende der Reise werde ich fast philosophisch. Die Einheit mit der Natur macht den Menschen glücklicher. Je technisierter die Umwelt, desto hektischer, desto weniger Zeit für einen selbst. Die Frage stellt sich, ob man überhaupt Zeit für einen selbst braucht, wenn man in der Natur aufgeht. Denn selbst die Zeit hat einen natürlichen Ursprung.  

Montag, 27. Juli 2015

batumi bis andresen

Batumi, ich muss dich verlassen! Mit schwerem herzen und den kuss der älteren mamuschka auf meiner geröteten Wange spuerend machten wir noch ein Abschiedsfoto auf der Strandpromenade. Sehr schnell stellte sich das vertraute Gefühl der Radbewegung ein. Unsere Muskeln frohlockten und zeigten uns, wie schnell sie wieder auf Touren kommen koennen. Die 20 Kilometer bis zur Grenze waren schnell runtergeradelt. Die georgische Grenze passiert, dann kam der türkische Teil. Hiervor hatte ich ein bisschen Bammel, denn auf der Seite des Außenministeriums stand, dass man für die einreise ein e-visa Antrag stellen müsste. Etc, etc.
Die türkischen Grenzer nahmen unser Fehlen des Visa Antrags relativ cool, wir mussten nur 25 euro pro person für eine kleine Marke bezahlen, Stempel drauf und schwupps waren wir auch schon wieder im Land.
Rechts von uns wogte das schwarze Meer, links von uns sahen wir Teefelder an den Haengen. Es war gerade Erntezeit. Mit blossen Händen wurden die feinen Blätter in Wollsaecken verstaut. Die Hänge waren zu steil für eine maschinelle Ernte! In Findikli machten wir die erste Pause und wurden von einem Regenguss überrascht. Eine Stunde später kurbelten wir die letzten 10 km auf der D010 nach Andersen.

Batumi

Der Aufenthalt in Batumi hat uns allen gut getan. Wir hatten ein sehr nettes Hotel (Argo Hotel), das wir sehr empfehlen können! Leider gibt es in Batumi regelmäßig Stromausfälle (1-2h sind keine Seltenheit), aber man gewöhnt sich daran. Vor allem in der Nacht torkelt man wie ein Blinder aufs Klo, aber da man untertags es schon zigmal aufgesucht hat, war das eine sehr leichte Übung.
Der Strand war ein Erlebnis für sich. Die meisten bleiben 2h am Strand, sonnen sich, ohne Schirm, springen für 10 Minuten ins Wasser, bleiben dann zum Trocknen noch eine Viertelstunde liegen und marschieren wieder fort. Die meisten Bikini - Babes sind wirklich hübsch und würden auch auf jede Modeschau in Paris passen - womit schon alles über den BMI der betreffenden gesagt wäre. Schwabbeliges hat man nur an den männlichen Begleitern gesehen (wobei die Mehrzahl einen wohl gefüllten Bierbauch vorzuweisen hatten) Je älter desto ausgeprägter! Man sah auch viele junge Mütter (vielleicht gibt es ja eine Korrelation mit den Strom ausfällen) .
Das Meerrauschen, die Sonne, die schöne Umgebung machte uns ständig hungrig. Zuerst David, dann Paul, Peter, Martin und ich (irgendwer quengelte immer nach Essen oder einem Getränk) . Und so kam es, dass wir wie die Heuschrecken das halbe Buffet in der Früh plünderten, am früheren Nachmittag die Speisekarte vom San Remo Rauf und runter bestellten und am Abend nochmals "groß " essen gehen mussten. Die Kellner im San Remo waren mit unseren Bestellungen heillos überfordert. Manches kam nicht, manches zu spät, manches überhaupt nicht (auf mein zweites Bier vom ersten Abend warte ich noch heute). Am ersten Abend liess ich die Burschen alleine um die Häuser ziehen. Man muss ja nicht ständig "den Alten" raushaengen lassen, und sie sollten einen Erfahrungsaustausch mit anderen Gleichaltrigen haben. Ich kann den Eltern berichten, dass sie ganz brav kurz vor Mitternacht wieder eintrudelten. Am nächsten Abend sahen wir uns urromantisch den Sonnenuntergang an, dann gingen wir Essen in ein Lokal mit Bildern lokaler Schauspielgroessen. Kaum hatten wir Platz genommen, legte der DJ in vierfacher Zimmerlautstärke einen Popsong auf, um gleich danach "i did it my way" zu trällern. David trank sein Mineralwasser und ging schmerz verzerrt wieder zurück ins Hotel. Paul folgte ihm bald. Diese Chance liessen sich die Georgierinnen nicht entgehen und eine ca 60jaehrige forderte mich zum Tanz auf. Wobei das Fordern durch einen sehr starken Zug vom Sessel unterstrichen wurde (vergleichbar wenn Otto Wanz eine Lokomotive vom Stand zieht) . Also mußte ich wohl oder übel, vermeintlich rhythmisch wie ein Russe mit tanzen und habe versucht dabei wie Elvis the pelvis meine Hüfte zu schwingen. Wahrscheinlich hat es für einen Beobachter ausgesehen als ob ein Parkinsonkranker einen epileptischen Anfall bekommt.
Martin und Peter amüsierten sich köstlich und auch einige Georgierinnen haben meinen Tanz mitgefilmt. Vielleicht taucht ja bald ein youtube -video auf mit den Schlagworten: "arhythmische, tarchikardische Bewegung des männlichen Oberkörpers unter besonderer Berücksichtigung eines nicht invasiven Kopulationsversuchs"
Nach insgesamt 4 Tänzen hatte ich genug und wir gingen ins Hotel zurück, schließlich stand ja am nächsten Tag eine 80km Etappe am Programm.

Freitag, 24. Juli 2015

Fahrt nach Bartumi

Pässe zu fahren ist Peters Passion. Er liebt die Höhe und das Hinaufkommen. Dies merkt man an jeder Handlung, die er schon in der Früh durchführt : das Buffet war nach unserem Fruehstueck fast leer, der Orangensaft in Peters Körper. Er war also gut mit Kalorien und Vitaminen ausgestattet. Die Anfahrt zum Passanstieg führte uns über kleine Huegerl, nach jeder Kurve vermutete Peter bereits den Pass, doch die Strasse maeandert weiter, links, rechts, Rauf, runter. Und dann endlich, nach km 30 endete die gut asphaltierte Strasse und ging in eine schöne Schotterpiste über. Die Steigung war moderat und siehe da mit 8,4 bis 9 km/h zogen wir nach oben. Kehre um kehre um kehre! Hie und da wurden wir von weissen Ford Transit überholt (diese Kleinbusse sind in dieser Region die öffentlichen Verkehrsmittel Nr 1! Jeder Bus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Gepäck wurde am Dach festverzurrt. Plötzlich blieb ein Ford Transit neben uns stehen und der Beifahrer reichte uns 4 Pfirsiche aus dem Fenster! Einfach so! Dann war das Fahrzeug verschwunden! Wir freuten uns über diese kleine Vitaminzufuhr, was sich sofort in der Erhöhung unserer Reisegeschwindigkeit manifestierte. Statt 8,4 waren wir mit 8,6 unterwegs. Knapp in einer Kurve blieb ein Mercedes stehen und der Fahrer schnappte sein Kind vom Beifahrersitz, das natürlich nicht angegurtet war und setzte es Peter auf die Lenkerstange. Auch bei mir nahm der junge Mann fuer das Fotoshooting platz. Das war eine nette 5 Minutenpause und wir haben einen Vater und seinen Sohn glücklich gemacht. Langsam zogen wir Kehre um Kehre, di Flecken Asphalt suchend, die noch von der ehemaligen gut befahrenen Strasse übrig war, für das schnellere Vorwaertskommen.
Knapp vor dem Pass, an der Baumgrenze, gruesste uns ein kleines Almdorf mit Minimarket, der tatsächlich eine Kühltruhe mit Eis und kalten Getränken beherbergte. Kinder liefen uns entgegen und riefen: "Hello, Hello!" winkten und blieben ehrfürchtig vor unseren Rädern stehen. Sie packten ihr bestes Englisch aus, das sie wahrscheinlich in der schule gelernt hatten und fragten ganz aufgeregt: "How are you?". Wir antworteten: "thank you fine and you?" leider waren sie auf diese Antwort und frage nicht vorbereitet und sie verstummten und lachten. Die meisten begutachtete darufhin unsere raeder genauer. Die Klingel und ganz besonders das Led-Licht faszinierte sie. Nachdem sie alles gesehen hatten, wünschten sie uns noch eine gute Reise, zeigten uns, wie wir nach Batumi weiter fahren sollten und alle riefen bye bye!
Am Pass angekommen warfen wir noch einen Blick zurück auf die schönen Almen und Hügel, machten zwei, drei Fotos, legten den höchsten Gang ein und ließen uns ins andere Tal hinunterrollen. Wobei der Ausdruck "hinunterrollen" eher durch "hinunterrumpeln", grossen Schlaglöchern ausweichend, scharf vor Kurven bremsend, weichen Schotter vermeiden, es besser treffen würde. Die strasse ins Tal Richtung Khulo war zum Teil ausgewaschen, manchmal fuhren wir über weichen Sand. Die strecke war sehr abwechslungsreich. Wir merkten an den Gesichtsausdruecken der uns entgegenkommenden Busfahrer, dass die Strecke doch anstrengend ist.
Trotzdem kamen wir recht schnell voran. Die Hoehenmeter purzelten. Knapp vor Khulo kamen wir aber zu einer recht großen Baustelle. Die Strassenfuehrung wurde jetzt ziemlich unangenehm und wir spürten doch die Anstrengung des Tages. Nach einer weiteren 10 prozentige Anstieg beschlossen wir, die naechstbeste Unterkunft zu nehmen.
Das neue Hotel, in dem wir absteigen, befriedigt unsere basalen Bedürfnisse: ein frisch bezogenes Bett, Warmwasser, Ruhe und ein Abendessen. Leider hat sich Peter den Magen verdorben und die Nacht war für ihn suboptimal.

Am nächsten Tag wurden wir von den Kühen geweckt. Wir sattelten unsere Raeder und fuhren ohne Fruehstueck talwaerts. Die ersten 40 Kilometer des Tages waren unspektakulär von der Abfahrt. Nach jeder Kurve präsentierte sich ein anderer Hügel. Wir folgten einfach dem Flussverlauf ohne viel Anstrengung. Wärmer Wind blies uns entgegen. Das Meer konnten wir förmlich riechen!
Die Einfahrt nach Batumi gestaltete sich wie jede Einfahrt in eine Stadt: langweilig. Der "12"er-Bus lieferte sich mit uns ein wettrennen :) ich glaube, der Wettkampf ging unentschieden aus.
Nach 80 Tageskilometern hatten wir es geschafft! Wir waren am Strand angekommen. Wir schleppten die Raeder über den Sand, rissen uns förmlich die verschwitzten, staubigen Kleider vom leib und sprangen in das kühle, schwarze Meer. Was für ein Genuss!! 1100 km haben wir auf diesen Moment gewartet und manchmal sehnsuechtigst herbei gesehnt! Jetzt war er da! Und er fühlte sich gut an, verdammt gut.

Dienstag, 21. Juli 2015

von Surami nach Achalciche

Nach einem Supermarkt -Fruehstueck, das wir am Rande des Vergnügungsparks von Surami einnahmen fuhren Paul, Martin und David weiter die Tiefebene Richtung Bartumi, während Peter und ich und vorgenommen hatten einen Pass zu fahren. Um diesen zu erreichen fuhren wir einen Fluss flussaufwärts, der sich durch die Huegel und Berge maeandert. Nach jeder Biegung bot sich uns ein anderes Landschaftsbild. Manchmal schroff (fast karstig), manchmal Almlandschaft, manchmal huegelig (wienerwaldig). Ich hörte Peter wie ein Mantra ständig sagen: so schoen! Wahnsinn!
Und es war wirklich schön!!!
Nach 80 km und 600 Hoehenmeter hatten wir unser Tagesziel erreicht. Wir haben uns in einem 4*-Hotel einquartiert mit Wellnessbereich. Peter hat die Whirlpools sehr genossen.

tiflis bis surami

Tiflis, Stadt, die oft in der Vergangenheit niedergebrannt, ausgeraubt, wieder aufgebaut und geliebt wurde, atmet alte Geschichte. Und man merkt in jedem Gässchen, welche großartigen Gedanken hier gedacht wurden. Der alte Stadtkern blüht auf, rundherum durchzogen von moderner Architektur und hie und da noch eine kleine "Bau-Suende" mit grottenschlechter Realisierung. Am Rand der Stadt befinden sich die pott-haesslichen Plattenbauten, aber die auch eine wesentliche DNA der Geschichte dieser Stadt ausmachen. Mit verbundenen Augen kann man förmlich das Kommunistische Erbe noch riechen (Lada ohne Katalysatoren, Busse und Lkws aus dem tiefsten 20ten Jahrhundert. Und hie und da ein Tuktuk. )
Nach einem Tag in Tiflis zog es uns schon weiter. Am Ruhetag hatte Peter bereits ein fertig repariertes Rad zur Verfügung, das sich von den Strapazen der letzten Woche erholen durfte. Aber nun! 10:30! Abfahrt! Vom Hotel Richtung Gori! Wir reihten uns brav in den Stadtverkehr ein! Zu fuenft zogen wir genussvoll unseren Slalom zwischen den gelben innerstädtischen Bussen, warteten artig auf die grüne Ampelphasen und freuten uns wenn wir eine Lücke entdeckten, die wir ausfüllen konnten. So hatten wir es wirklich in kurzer Zeit geschafft, die Stadtgrenze zu erreichen. Geschäfte und insbesondere das Personal an hinausfuehrenden Strassen wirken meistens relativ unfreundlich und sehr gestresst. Martin wollte sich noch ganz kurz zwei Spanngummis kaufen, da seine Gepäcktasche sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, bei seinen rapiden Abfahrten auf den Schotterpisten. Aber sobald er ein Geschäft nur betreten hatte, wurde ihm mitgeteilt: "haben wir nicht, kennen wir nicht, gibt es hier nicht". Dies war eine sehr frustrierende Situation.
Die Strasse nach Gori war wirklich schoen gesaeumt mit Sehenswürdigkeiten. Alte Kirchen, verfallene Burgen, Felsformationen. Dieser Teil ist kaum bekannt, denn die meisten Autofahrer nehmen die Autobahn. Wir hatten abschnittsweise sehr wenig Verkehr und wir cruisten durch die Landschaft. Ein Rueckenwind trieb uns ebenfalls an. Wir fuhren ueber eine Hochebene, die uns stark an Aserbaidschan erinnerte. Kühe weideten zufrieden auf weiten Wiesen, hie und da stand ein Pferd und ein Hund am Wegesrand. Schäfer lagen im Schatten und streckten die Hand muede zum Gruss.
In einer kleinen Ortschaft nahmen wir noch ein kaltes Zuckerwasser zu uns und dann rollten wir die 10 km nach Gori um ca 15 Uhr ein. 80 km in fast nullkomanix geschafft. Beim Mittagessen in einer Kneipe für Jäger sang der Disk jockey viel zu laut alte georgische Balladen und wir waren froh, dass wir keinen Tinnitus bekommen haben.
Weil es noch so frueh war, beschlossen wir noch weiterzufahren. Das Wetter passte, wir hatten Rueckenwind, Xasuri lag ca 50 km entfernt. Das einzige Problem: es gab eigentlich nur einen Weg dorthin: die Autobahn!
Also bogen wir auf die Autobahn! Mit strammen Wadeln, stählernem Blick, und harten Stahl- und Carbonroesser pfluegten wir den Pannenstreifen entlang. Bereits einen Kilometer nach unserer Entscheidung erblickten wir die Autobahnverwaltung und wir fragten sicherheitshalber nach, ob das eh ok ist, hier zu fahren. 6 Arbeiter liefen zu uns und hörten uns zu und gaben uns zu verstehen, dass es in Georgien das Normalste der Welt ist, auf der Autobahn mit Fahrrädern zu cruisen! Und dass es überhaupt kein Problem ist, durch Tunnels zu fahren. (Wir blickten nämlich gerade in ein schwarzes Loch wenn wir gerade aus sahen). Wir zogen unsere Warnwesten an, drehten unser Licht auf und blickten nochmals auf die Röhre! Und siehe da, das Autobahnverwaltungspersonal hatte sogar eine Geschwindigkeitsbeschraenkung für die Autofahrer während unserer Durchfahrt festgelegt!!
Danke, georgische Autobahnburschen! Und so brausten wir durch den 800 Meter Tunnel und dann ging es bergab! So schnell bergab, dass mein Tacho bei 47km/h kurz wo gegeben hat. Irgendwo bei 60 km/h habe ich dann doch ein bisserl gebremst :) und liess auf der Ebene die kinetische Energie schoen langsam verpuffen. Direkt vor Obstverkaeufern betrug die Geschwindigkeit dann nur mehr ca 5 km/h und wir bremsten uns ein für einen saftigen Pfirsich. Er schmeckte köstlich.
Gleich danach ging es zig Kilometer auf einer Baustelle ruhig dahin. Auch hier wird die Autobahn erneuert. Aber leider war auch dieser gemütliche Abschnitt vorbei und wir mussten uns für ca 20 km eine Spur mit dem Schwerverkehr teilen (was ein bisschen anstrengend war (olfaktorisch, haptisch (Schlaglöcher und Schotter)). Aber irgendwann geht auch das vorbei. In Xasuri gab es das Guesthouse nicht und so fuhren wir 2 km nach Surami zu einem schnuckeligen alten Hotel, das wir dreimal missachteten, weil wir glaubten, dass es bereits aufgrund von Baumaengel behördlich gesperrt war. Georgien hat immer Überraschungen parat und so stiegen wir dann doch dort ab.

Sonntag, 19. Juli 2015

Kvareli bis Tiflis

Der Hotelbesitzer, der ausgezeichnet Deutsch sprach klärte uns über die wirtschaftliche und politische Situation auf und erklärte uns die bedrueckte Stimmung.
Georgien muss noch viel in seine Infrastruktur investieren. Die Strassen sind notdürftig asphaltiert oder gar nicht, die Häuser wirken verfallen. Einzig die Polizeistationen sind die modernsten Gebaeude im Land. Zwei Naechte verbrachten wir im Hinterland von Tiflis (Telavi und Tianeti), da wir uns bei der Planung mit den Hoehenmeter verschätzt hatten und somit 1 Tag laenger einplanen mussten.
Und dann kam Tiflis! Von einer Anhöhe stachen wir mit ca 40 km/h ins Tal hinunter, fuhren die Hauptstraße hinein und reihten uns nahtlos in den chaotisch wirkenden Verkehr. Aber nach 15 Minuten konnten wir die Verkehrssituation richtig "lesen" und schlaengelten uns durch den Stop and Go Verkehr. Eigentlich alles ganz einfach, eigentlich alles relaxt (wenn man bereits einmal nach istanbul die D100 gefahren ist). Die Autofahrer sind aufmerksam, genauso sind es wir. Für sonntagsradler oder notorische citybike-raeder ausborgerInnen ist natuerlich diese Einfahrt nach Tiflis ein Nervenkitzel, und würden nach 500 Meter wo geben, wenn man gegen die Einbahn auch noch auf der linken Seite fährt.

zaqatala bis Kvareli Georgien)

Leider bot unser russisches Quartier kein Frühstück an, deshalb nahmen wir es vor einem Supermarkt ein. Wir würden von einem älteren Herrn angesprochen und über unser Equipment ausgefragt. Aus Dankbarkeit hat er uns zu einem Tee eingeladen und wir erzählten ihm noch ein paar Geschichten über Europa.
Gestärkt und frohen Mutes fuhren wir nun der Grenze entgegen. Ein paar schauergeschichten hatten wir schon gehoert und gelesen: alles muss ausgepackt werden, jede Rechnung muss vorgelegt werden, es kann stünden dauern und die Grenzbeamten sollen unfreundlich sein. Als wir zum Grenztor vorführen mussten wir uns hintereinander aufstellen und würden dann gemeinsam in den Grenzbereich eingelassen. Die Grenzer waren freundlich, stellten ein paar Fragen, schauten kurz in unsere Taschen, die nach abgestandenen verschwitzten Maennerunterhosen rochen und brachten die Paesse zu ihrem Haeuserl. Dort mussten wir uns aufstellen, wurden digital mit unserem Bild verglichen und dann wurde der Stempel kräftig in die Paesse hineingedrueckt. Peter und Martin mussten die Prozedur zweimal über sich ergehen lassen, da sie wiedereinmal verwechselt wurden.
Das war aber auch schon die ganze Aufregung und über eine Brücke erreichten wir Georgien, das uns freundlich empfing. Der Grenzübertritt hat nur 20 Minuten gedauert. Und wir können die Horrorgeschichten nicht bestätigen.
Gleich nach dem Grenzübertritt ist uns aber mehrere aufgefallen: Es gibt viele alkoholisierte, die Menschen sind aermer als in Aserbaidschan, die Autos älter. Esel und Pferde zogen Heu und Baumaterial auf alten Karren. Aber sehr viele koennen Englisch und das erleichterte das Leben ungemein.
Die ersten dreißig Kilometer zeigten uns den Unterschied zwischen den Kulturen deutlich auf. Während in Aserbaidschan die Männer bei Tee zusammensassen, tranken in Georgien die Arbeiter 1,5 Liter Bier in nullkomma-nix. Die Frauen gruessen freundlich zurueck und bedienten uns in Supermärkten und in den Restaurants.
Die erste Nacht verbrachten wir in Kvareli.

Seki bis Zaqatala

Endlich hatten wir unseren Zeitplan wieder eingeholt. Die heutige Etappe mit 77km war wirklich ein Kinderspiel. Flach, fast fad, wenn da nicht in der Mitte der Strecke Quax gewesen waere!!
Quax, Traumstadt jedes unverheirateten aserbaidschanischen Mannes! Hier laufen junge Frauen herum! Gruessen! Haben westliche T-shirts an. Zwei Burschen wurden ganz unruhig (aus Pietätsgruenden sage ich nicht wer) und tranken ihr Redbull ganz laessig und zogen den Fahrradhelm stramm. Die Fahrradhosen waren gut ausgepolstert. Fast zu gut, wie manche bemerkten.
Um mit diesen Problemen fertig zu werden, nahmen wir die unbefestigte Schotterstrasse, die uns ordentlich durchruettelte und massierte! 20 Kilometer fuhren wir mit dem Motto : "durchdrucken, Staub schlucken". Nach dieser Piste fehlte bei mir eine Schraube beim Gepäckträger, die wir Gottseidank ersetzen konnten. Die Räder und wir selber waren ueber und ueber voll Dreck. Wir fuhren wirklich durch eine sehr ärmliche Gegend von Aserbaidschan. Aus Ersatzteilen zusammengesetzte Baracken mti kleinem Garten zur Selbstversorgung. Davor lauerten hie und da freilaufende Hunde.
Der Tag endete in Zaqatala. Wir hatten uns ein kleines Hotel mit russischem Flair gesucht, das gleich neben einem Vergnügungspark lag. Dort aßen wir gegrilltes mit Knochen. Das Bier tranken wir in einer Garage, was sich leider als kleiner Fehler herausstellte. Denn wir würden von hunderttausenden kleinen gruenen lAeusen heimgesucht und beim Gedanken an diesen Umtrunk juckt es mich noch immer. Ich glaube, wir haben diese kleinen lästigen Viecher bis nach Georgien geschleppt.

Ismayli bis Seki

Der nächste Tag begann mit einem selbst zusammengestellte Fruehstueck, da wir uns ein Appartement gemietet hatten. Nun ja, kein Warmwasser für einen Tee oder Kaffee macht den Morgen nicht gerade zu einem Highlight. Bei der Vorbereitung zur Tour haben die Burschen mehrere Blogs durchforstet und sind auf wirkliche Hardcore-Reiseradler gestoßen, die sich in Aserbaidschan vor allem von selbst gefangenen Heuschrecken ernährten. Diese Viecher sind hier wirklich gross und man kann sich vorstellen, dass man von ihnen satt wird, aber wir wollten doch lieber die Supermarktkekse von vorgestern, die schon ein bisschen broeselig waren, den Schafkaese, der sehr nach ungeschorenem Schaf roch und schmeckte und ein Brot vom Vortag.
Dieses frugale Mahl gab uns die Kraft fuer die aktuelle Tagesetappe. 125km und 1300 Hoehenmeter.
Die Landschaft hat sich in den letzten Tagen sehr veraendert. Zuerst Küste, dann Wüste, Berge, Hügel, jetzt rollen wir durch die fruchtbare Tiefebene und sehen selbst errichtete, kunstvolle Holzzäune.
Kuehe stehen herum, gehen auf die Strasse, liegen wiederkauend irgendwo - Indien laesst gruessen. Auch die Schafe schauen bloed wie an der Nordseekueste. Diese Hindernisse muessen wir bei 35km/h beachten. Es ist einfach schoen, so in der Natur herum zu fahren.
Genauso schoen ist es, wenn sich junge Kellner an einem Tisch dazu setzen und alles wissen wollen und kein Englisch und kein Deutsch verstehen.
Das servierte Essen war zwar nur aserbaidschanischer Durchschnitt, aber die Rechnung war sehr klein.
Am Ende dieses Tages machte ich noch die Bekanntschaft mit dem Mann mit dem Hammer, der unvermittelt auf der schiefen Ebene mit einem Vorschlaghammer auf meine Energiespeicher hämmerte. Ich wurde hervorragend wieder aufgepäppelt mit 2 zerquetschen gefüllten nougat-croissants, einem Energie - Riegel, der nach richtig zergatschter Banane schmeckte und einem Liter Sprite, das bereits 25 Grad angenommen hatte. Aber dann ging es immerhin die letzten 10 km bis Seki weiter.
An den weiteren Verlauf des Abends konnte ich mich nicht mehr so genau erinnern. Ich glaube, ich bestellte zum Abendessen Tee, Hopfentee

Gobustan bis Ismayli

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich die 30km aufholen, die wir nach unserem Plan nicht gefahren sind, aber durch die Aufregungen des Tages (Probleme mit Peters Pedalen, die Hitze, die Wüste und das erste Mal zu fuenft) war unsere Leistung am Vortag mit 96 km verständlich.
1300 Hoehenmeter hatten wir schließlich auch bewältigt (für alle die noch nie in einer Wüste waren: die Wüste ist meistens nicht eben!).
Wir gingen zufrieden und motiviert in diesen neuen Tag, sahen beim Frühstück noch ein paar Pop-videos, sattelten unsere Stahl- und Carbonroesser und fuhren weiter. Es ging noch ein kleines Stück bergauf und dann zischten wir ins Tal in nullkomma-nix. Meine Höchstgeschwindigkeit war einmal mehr 63 km/h, über die anderen mitfahrenden Vollprofis Hülle ich mich jetzt in Schweigen, zumindest sei soviel gesagt, dass sogar die Polizei ein bisschen Angst bekommen hat, die überholt wurde.
Bei der Talsohle angelangt warteten sie artig und blickten ins Tal (ein ausgetrocknete Fluss Durchschnitt diese Bergregion) und dann schauten wir ehrfürchtig auf den folgenden Strassenabschnitt mit zweistellig-porzentigen Steigungen. Wir wussten, da geht's jetzt zur Sache, knackige Kehren, Laster, die uns mit Müh und Not überholen wollen, die Polizei, die auf Rache sann, Mercedes-Fahrer, die freundlich hupten, wenn sie gerade neben einen fuhren (über das Schallprinzip, Mach, Dezibel wird scheinbar nicht in der Schule und auch nicht bei der Führerschein -Lehre unterrichtet.). Die autofahrenden Aserbaidschaner meinen es überhaupt nicht böse, sie winken, hupen, halten Abstand. Man gruesst am Besten zurueck und schreit "Salam, salam!". Die weiteren Fragen, die dann bei 40 km/h gestellt werden, versteht man nicht mehr. Einerseits koennen wir nicht aserbaidschanisch und die Aserbaidschaner nicht Englisch. Paul machte sich einen Spass daraus und rief oft: "Ja radfahren ist schoen" oder heute habe ich schon ein Kebab gegessen" oder "ja, da gibt es viele Kuehe".
Bei einer kleinen Tee-kneipe tranken wir 3 Kannen Tee, wir zeigten dem neugierigen Personal unsere Route, sie zeigten sich interessiert und probierten auch unsere Raeder aus und fotografierten sich gegenseitig.
Es ging weiter hinauf, und wieder hinunter, bei vielen Marktstaenden, Teebuden, getrocknete Fruechte-Haendlern vorbei. Immer wurden wir freundlich begruesst.
Der Tag endete in Ismayili (dort trafen wir ein dänisches Mountainbiker-Paar).

Baku - Gobustan

Mit einstündige Verspätung starteten wir unsere Radtour. Leider war unsere Nacht sehr kurz, da Jus-studenten meinten, in unserem Stockwerk Party feiern zu müssen.
Egal - die raeder gesattelt, zwei drei hundert Meter Probefahrt, ob alles stabilisiert am Rad befestigt wurde, und dann ging es los. Ausfahrt aus Baku finden, Hügel Rauf zwanzig Minuten gekurbelt, einfach alles wunderbar! -- bis Peters Pedal nicht mehr hielt. Das Gewinde war schon ausgeleiert. Doch mit ein bisschen Kraft hielt das Pedal und eiert ein bisschen.
Peter meinte, dass dieses Problem nicht so schlimm sei und er sicher damit zumindest bis Tiflis kommen werde. So ist Peter: think positiv and act as a professional.
Die Ausfahrt aus Baku ist nicht wirklich schlimm, wenn man zu fünft unterwegs ist. Wir wechselten uns bei der Fuehrungsarbeit ab. Nach ca 2 h waren wir an der Grenze zur Wüste angekommen. Prächtig schonungslos lag sie vor uns. Ein leichter Seitenwind hieß uns willkommen! Viel Verkehr stroemte hinaus. LKWS, vollbeladen, kleine Autobusse, vollbeladen und wir fuenf vollbeladen (mit je 6 Liter Wasser, Fanta, Sprite) fuhren auf einer gut ausgebauten und asphaltieren Straße hinein zu den Schlammvulkanen und Starkstrommasten, die fett und breit die wüste durchzogen, leise summend das Lied von Volt und Ampere. Sie waren auch der Höhepunkt für einige Kilometer.
Alle 15 km gab es Tankstellen. Die Wärter winkten uns zu und riefen freundschaftlich : "Salam, salam".
Manchmal suchten wir eine auf, um ein kaltes Redbull oder nur Schatten zu konsumieren. Denn in der wüste gibt es keinen natürlichen Schatten und die sonne brannte unbarmherzig herunter. Trotz Sonnenschutzfaktor 30-50 konnten wir einander beim Braun-werden zu sehen. Martin sah schon nach einer Stunde wieder wie ein Türke mit perfekten Deutsch- und Englischkenntnissen aus. Bei mir dauerte es zwei Stunden zum Indianer. Paul und David kamen auch am Ende des Tages als sportliche, durchtrainierte Models an.
Auch wenn auf manchen Landkarten die Wüste als flache Landschaft dargestellt wird - entspricht dies nicht der Realität. Hügel Rauf, Hügel runter war die Devise.
Die Straße ist perfekt ausgebaut, wird aber nun um weitere 2 Spuren ergänzt. Diese waren für den normalen Verkehr gesperrt. Wir nahmen uns einfach die Freiheit und benutzten diese über mehrere Kilometer und konnten damit beruhigt unser eigenes Tempo fahren - oftmals sogar nebeneinander - was für ein befreiendes Gefühl!!
In Gobustan war dann bei einem Vergnügungspark Endstation, der ganz verlassen und einsam an der Grenze zur Wüste lag. Da ja noch Ramadam ist, wurde er erst nach Sonnenuntergang von Familien besucht. Wir versuchten uns Essen auf englisch zu ordern, was uns nicht ganz gelang. Die Rippchen, der Salat, das gegrillte Huhn schmeckten aber vorzüglich!
Den Abend liess ich auf der Terasse des Hotels allein mit regionaler Popmusik von einer Videowall ausklingen. Der Inhalt der Lieder war nebensächlich, die Videos waren ähnlich aufgebaut: Junge Menschen im fruchtbaren Alter fuhren im Auto eine Küstenstrasse entlang, tanzen am Strand und hie und da sah man sogar einen Bikini bzw. Eine längere Badehose. Das zweite Thema der Videos: zwei Menschengruppe tanzten auf der strasse (ähnlich wie in Westside story).
Nachdem ich diese Videos analysiert hatte, ging ich schlafen.

Bilder Baku



Vor längeren Reisen gibt es für mich immer die gleichen zwanghaften Rituale: packen - auspacken - kontrolle - einpacken, Prüfungen korrigieren, von allen möglichen Personen verabschieden, und dann noch eine kleine Tour durch Wien.
Die Nacht vor der Abreise war relativ kurz, denn um 7 wollten wir eigentlich am Flughafen sein, aber da ich doch schon ein bisschen an einer prae-prae-prae senilen Demenz leide, mussten wir kurz nochmals zu mir fahren und meinen Radhelm holen. Aber um 8 uhr empfingen uns Paul und David am Terminal 3 ganz cool und sehr strukturiert. Unser erster Weg zum Großgepaeck war sehr erfreulich: innerhalb von 20 Minuten waren wir (a) eingecheckt (b) hatten wie unser gesamtes Gepäck aufgegeben, (c) einen Fensterplatz und eine Rechnung über 265 euro. 50 euro pro Rad wurde uns von der AUA verrechnet plus 15 Euro Manipulationsgebuehr (wahrscheinlich unserer Stimmung). Der Flug selbst war total entspannt. Ein Viertel der Plätze war besetzt, die Stewardessen extrem freundlich und sie haben uns schlafen lassen!

Kaum gelandet hatten wir unsere ersten positiven Erlebnisse! Die Aserbaidschaner und -innen sind freundlich, kompetent, no-problem-people! Wir hatten extrem schnell unsere Fahrräder, das Gepäck kam auch zügig und unsere ersten Geldscheine in der Hand. Kurz überlegten wir, ob wir mit dem öffentlichen Bus in die Stadt hineinfahren sollten, aber die Aussicht, verschwitzt und abgemueht im Hotel anzukommen, widerstrebte uns ziemlich. Also Taxi! Ein Taxi? Zwei Taxis? Nein drei Taxis wurden von uns befuellt (Seesaecke, 5 Räder, 5 Burschen) und - ab ging die Post!
Die Autofahrer in Baku wissen in welche Richtung sie fahren müssen, aber nicht, welche Spur sie halten sollen. Dh es ging kreuz und quer durch den fließenden Verkehr. Wenig wird hier gehupt, bedächtig wird hier nicht gefahren, aber vorausschauend (wo ist das naechste Loch, durch das ich mich durchquetschen kann?)
In nullkomma nix waren wir daher am Ziel, zwar ein bisschen teurer als geplant (20 euro pro person) aber was ist das schon gegen eine Fahrt in London?

Beim Auspacken der Räder sind uns  aber doch ein  paar Kleinigkeiten aufgefallen: verbogene Scheibenbremse, fehlende Dichtungsringe , fehlende Mutter, verbogene Schnellspanner. Zu kleine Löcher für einen Lowrider. Manches konnten wir selbst nicht beheben, und so mussten wir am Freitag zu einem super coolen Mountainbike-Geschaeft pilgern.
Nachher gab es eine kleine Stadbesichtigung. Mit glücklichen Gesichtern und einigen WOW-Effekten. Die flammenden Türme, eine riesige Wasserfontaene, tolle türkische und russische Popmusik + ein kuehles Bier rundete den Tag ab.