4. Juli
Beim Frühstück bemerkte ich, warum Peter die gestrige Wettfahrt auf dem Berg nicht gewonnen hatte. Er hatte das falsche Leiberl an! Ein schwerer Fauxpas! Die heutige Langstreckenetappe (öd, heiss, gerade) nahm er im Bergtrikot der Tour de France in Angriff. Ich befürchtete schlimmstes. Im Frühstücksfernsehen wurde gerade die Wetterprognose der nächsten drei Tage eingeblendet: 35 Grad, 35 Grad, 35 Grad. Also keine großen Veränderungen zu erwarten. Wir kauften uns ein bisschen Wasser (4,5 Liter pro Mann) und Energydrinks.
Die Etappe war sehr heiss. Endziel war eigentlich laut unseren Planungen Haskovo. Bis dahin hatte ich meine 4,5 Liter Wasser, 1 Cola, 1 Lemonsoda, 1 Flasche Nektar (undefinierbar) getrunken. 3km vor Haskovo fielen wir in einer Tankstelle ein und schleckten begierig ein Eis. Denn es war wirklich wirklich wirklich heiss geworden.
In Haskovo selbst entdeckte ich als erster den einzigen Brunnen der Stadt und ich tauchte meine Hände und meinen Kopf in dieses kühle Nass. Es war einfach herrlich.
Der Chinese der Stadt ist auch nicht zu verachten. Riesenportionen und viel zu trinken. Meine Trinkliste: 1 Tee, 1 Ayran, 1 Wasser, 1/2 Bier (die andere Hälfte hat Martin getrunken).
Es ist wirklich interessant, was mein Magen verträgt. Morgen werde ich höchst wahrscheinlich ein weiteres Trinkexperiment anstellen.
Ca 30 Kilometer sind wir dann noch zur Verdauung geradelt und die angenehmen Temperaturen und der geringe Verkehr machten den Abschluss sehr gemütlich.
Landschaftlich tat sich an diesem Tag nicht viel. Wir reisten die Kornkammer Bulgariens entlang. Hie und da gab es auch Sonnenblumenfelder. Esel oder Pferde schoben Anhänger mit Ballen Heu nachhause. Die Leute am Wegesrand grüßten uns freundlich.
Die Abschlussabfahrt nach Hamerli war wunderschön. Wir ließen unsere Räder den Hang hinuntergleiten und wunderten uns, warum man gerade an dieser Stelle ein 50km-Schild aufstellen musste, wo wir doch gerade alle mit ca. 54 km/h unterwegs waren! Frischer Asphalt, keine Schlaglöcher, und gersponsert von der EU. Was will man als Reiseradler mehr?
Wir stiegen in einem etwas heruntergekommenen Hotel ab, das aber die Grundbedürfnisse erfüllte. Nach einer etwas längeren Dusche trafen wir uns in einer kleinen Bar und versuchten die Karte zu identifizieren. In dieser schönen Stadt ist man auf internationales Publikum noch nicht ganz vorbereitet. Und in dieser schönen Bar schon gar nicht. Wir zeigten auf einzelne Getränke und freuten uns über das Gebrachte. - Wir hatten die Spalte mit den Cocktails erwischt. 1 Cocktail ca 1.5 Euro! Herz was willst du mehr? Natürlich einen zweiten! und natürlich wieder einen anderen! Zum Ausnüchtern und zur Vorbereitung auf die Türkei gab es noch ein Kebab und Ayran.

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