14. Juli
Ausgeschlafen und mit einem Radtuning (Martin bekam einen neuen Mantel für den Hinterreifen) beschlossen wir an diesem Tag die 130km Strecke nach Bartin in Angriff zu nehmen.
Im Frühstücksfernsehen sahen wir einen Beitrag, wie die Türken unter der Hitze litten und dass der Asphalt in einem wirklich schlechten Zustand sei. Wir fühlten mit der armen Bevölkerung mit.
Mental hatten wir uns bereits auf den Anstieg des heutigen Tages vorbereitet. Es geht gleich nach der Ausfahrt von 0 Meter Seehöhe auf ca. 500 Meter Seehöhe. Peter hatte sich auch sein schönes Bergtrikot angezogen. Wir trankten noch genügend Wasser und dann ging es los.
Höhenmeter um Höhenmeter radelten wir die gutausgebaute Straße hinauf.
Zu erwähnen, dass wir schwitzten, erübrigt sich, wenn man erfährt, dass der Asphalt gallertartig auf unseren Reifen klebte. Ich hatte es noch nie erlebt, dass mein Schweiß von den Fingerkuppen tropfte, dass mein T-Shirt beim Auswringen ca. 1 Liter Wasser hergab.
Die ersten 50km nach Zonguldak waren hart. Eine kurze einstündige Pause sollte uns genug Kraft für die nächsten 80km geben.
Zonguldak, Perle der Schwarzmeerküste, was hast du für Straßen im Ortsgebiet? Wer hat dich so verwunschen und noch nicht wachgeküsst? Warum baut man 20 Prozentige Steigungen im Ortsgebiet inkl. Schlaglöcher und lässt Autofahrer ohne Führerschein dort fahren? Warum baut man Einbahnstraßen, die so eng sind, dass kaum ein LKW durchkommt? Wenn man jemanden noch nicht in die Hölle und noch nicht die Pest wünschen möchte, dann wünscht man ihm ganz einfach die Strecke Zongduldak (Ortseinfahrt) bis Kilimi (Ortsausfahrt). Ich habe noch nie in meinem Leben so eine harte Streckenführung erlebt. Peter und Martin sind alles geradelt, ich habe sehr viel geschoben.
Das Ende dieses Tages setzten wir in Filyos. Wir hatten keine Kraft mehr. Wir suchten nach einem Hotel, radelten durch die ganze Stadt, doch wir fanden keines! Es gab keine Unterkunft! Plötzlich blieb ein rotes rostiges Auto neben uns stehen und ein junger Mann sprach uns auf Englisch an. Wir erzählten ihm von unserem Leid und er wusste sofort Rat. Er kannte einen Unterkunftgeber, dessen Apartments leider voll waren.
Er konnte uns aber sein Büro im Dekorationsgeschäft anbieten, das wir dankbar annahmen.
Eine halbe Stunde später trafen wir nochmals unseren Vermittler, der uns spontan zum Grillen mit seinen 6 Freunden am Strand einlud. Kurzer Stopp beim Supermarkt, um Fleisch, Brot und Getränke zu besorgen und schon waren wir mitten in einer illustren Runde bis 2 Uhr in der Früh.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.