Sonntag, 15. Juli 2012


11. Juli
Beim Frühstück sprach mich eine Türkin an, nachdem sie mich beim Teeeinschenken beobachtet hatte. Im breitesten Deutschen-Dialekt meinte sie, ich sei beim Teetrinken türkischer als die Türken, weil ich mir meinen Schwarztee nicht verdünne. Auch Martin und Peter hatten sich angepasst. Sie waren nun so braun wie die Einheimischen. Bereits in Istanbul wurden sie eher für Türken als für Österreicher gehalten aufgrund ihres Aussehens. Wir planten noch ein bisschen die Route via Google-Maps und verglichen unsere Karten. Knapp vor Mittag brachen wir wieder auf. Noch schien das Wetter kühler als am gestrigen Tag. Doch das sollte sich recht bald ändern. Hügel rauf, Hügel runter, Moschee rechts, Moschee links, bald brannte die Sonne unerbittlich auf unsere Köpfe. Die Bäume spendeten keinen Schatten. Kein Wind vertrieb die Hitze. Noch nie in unserem Leben haben wir so geschwitzt wie an diesem Tag. Bei einer kurzen Rast mit eiskaltem Cola, begegneten wir einen Handelsvertreter von Red Bull, der uns gleich nach der Begrüßung darauf hinwies, dass "Cola is not good for you, trink Red Bull!". Er zeigte uns auf unserer Karte, wo die coolsten und schönsten Strände der Region zu finden sind. Wir flüchteten an einen Strand und sprangen ins Wasser. Doch 5 Minuten nachdem wir das Wasser verlassen hatten, waren wir schon wieder trocken. Gottseidank hatten wir uns einen Schirm organisiert, der das Wetter ein bisschen erträglicher machte. Die kurze Mittagspause war aber nach zwei weiteren Hügeln wieder vergessen.

Wir schwitzten uns weiter durchs Hinterland Richtung Kandira. Dort erfuhren wir , dass es in diesem Ort kein Hotel gäbe und so wurden wir ins 20km entfernte Kefken geschickt, das wir aber aufgrund unserer allgemeinen Erschöpfung nicht erreichten. 5 Kilometer nach Kandira fragten wir einen Obstverkäufer, ob wir hinter seinem Stand auf dem Feld campen dürften. Er verstand kein Wort, rief aber per Handy seinen Neffen an, der mit uns auf Englisch kurz das wesentlichste klärte und dann war alles ganz einfach.

Kaum war das Zelt aufgestellt, wurden wir zum Tee gerufen, eine Wassermelone wurde aufgeschnitten und so blieben wir noch ein bisschen beim Obstverkäufer und seiner Frau sitzen und unterhielten uns via Zeichensprache.


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