Donnerstag, 13. August
An diesem Tag machten wir Oslo u
nsicher. Wir ließen unsere Räder im Hinterhof des Hotels stehen und trotteten zu Fuß durch die Stadt. Der Stadtteil rund um den Zentralbahnhof war durch moderne Gebäude und Glaspaläste geprägt.
An einer Straßenkreuzung wurde gerade ein Film gedreht und auch die Passanten wurden für fünf Minuten angehalten, stillzustehen. Wir konnten nicht eruieren, um was es wirklich in diesem Film gehen sollte, aber aufgrund der Menschenraube rund um den Set, konnten wir schließen, dass berühmte norwegische Schauspieler daran mitwirkten. Am Hafen wurden im Rahmen des Jazzfestivals einige musikalische Auftritte geprobt. Im Hintergrund schaukelten die leeren Ausflugsboote und majestätisch ankerte ein Kreuzfahrtschiff am letzten Pier.
Der Hafen gehört architektonisch nicht zu den Glanzstücken von Oslo. Das Rathaus ist unverwechselbar häßlich, ebenso das Gebäude der Handelsbanken daneben. 
Ganz anders verhält es sich mit dem Königspalast, der schön renoviert den Besucher der nicht weit entfernten Einkaufsstraße grüßt.
Mit der Straßenbahn fuhren wir am Nachmittag zum Vigeland-Park. Der Bildhauer Vigeland schuf hier eine sehr interessante, expressionistische Parklandschaft mit
vielen Skulpturen, Brunnen und e
inem Obelisken.
Die Betrachter und –innen nahmen oftmals die Posen der Abgebildeten an und ließen sich fotografieren.
Eine Gruppe von Asiatinnen stach mit ihren bunten Gewändern aus der Masse der Touristen heraus. Es war sehr hübsch anzusehen, wie köstlich sie sich amüsierten. Zur Stärkung nahmen wir noch einen Capuccino zu uns und fuhren wieder zurück zum Hotel. Nach einem kleinen Nachmittagsschläfchen besuchten Martin und ich noch das Intellektuellenviertel.
Freitag, 14. August
Der Tag begann für mich sehr früh. Um 6.30 Uhr läutete der Wecker und ich benötigte bis 7 Uhr, um alle Kabel unsereres 6-fach-Steckers zu entwirren und einzeln einzupacken. Langsam sortierte ich meine Wäsche und meine Postkarten. Die Burschen schliefen noch als ich zum Frühstück ging. Um 8 Uhr verabschiedete ich mich von ihnen. Denn ich musste rechtzeitig beim Flughafen sein. Das Einchecken von Rädern und Gepäck kann manchmal recht langwierig sein, wie wir dies in Stockholm erlebt haben. Aber diesmal ging alles wirklich ruckizucki. Kurz vor 15 Uhr befand ich mich bereits am Flughafen in Berlin. Das Rad war bereits wieder vollbepackt. Die Wiedersehensfreude mit meiner Frau war sehr groß, schließlich hatten wir uns jetzt über 5 Wochen nicht gesehen. Sie hatte uns ein schönes Hotelzimmer reserviert. Sie fuhr mit dem Bus, ich mit dem Rad. Wir trafen uns wieder bei einer U-Bahnstation und ließen uns recht gemütlich von der Berliner U-Bahn bis knapp vor die Hoteltüre bringen. Am Abend gingen wir noch ins KaDeWe und ich kaufte mir einen guten Rasierer.
Samstag, 15. August
Zum Frühstück erschien ich bereits sehr kultiviert, glatt rasiert und mit frischem T-Shirt. Schön langsam realisierte ich, wie einfach ich die letzten paar Wochen gereist bin. Das Frühstücksbuffet bestand aus guten Wurst- und Käsesorten, Müsli, Joghurt, Marmelade, frischem Gebäck. Ich konnte so viel essen, wie ich wollte. Ich hatte nämlich den ehelichen Auftrag erhalten, meine Fettreserven zumindest auf ein erträgliches Maß wieder aufzufüllen. Man konnte nämlich derzeit jede einzelne Rippe, jeden nur vorhandenen Knochen leicht erspüren. Durchtrainierte Muskeln hatten die Fettpölsterchen ersetzt.
Nach dem Frühstück suchten wir einen Fahrradverleih in der Motzstraße auf, da wir gemeinsam am Fahrrad meinen 3.000sten Kilometer abfahren wollten.
Tatsächlich benötigten wir dazu nur 700 Meter, dann war es soweit. Direkt vor der U-Bahn-Station Nollendorfplatz wurde dieser Kilometer vollendet und per Foto festgehalten. An diesem Tag machten wir noch eine kleine Fotosafari durch die Stadt (Schloss Charlottenburg,
Siegessäule,
Bauhaus-Museum, Alexanderplatz).
Sonntag, 16. August
Der Wannsee wird in sehr vielen deutschen Schlagern besungen und wir wollten diesen romantischen See auch einmal besuchen. Weil Berlin sehr flach ist, können Sportlerinnen im Aufbautraining 20 bis 30 Kilometerdistanzen mit 14km/h spielend bewältigen. Das Ufer des Wannsees entpuppte sich als reichlich bevölkert und im Wasser musste man aufpassen, nicht überschwommen oder gar überfahren zu werden. Die Schiffsdichte entsprach einer mittleren Autobahn!
Wie wir später feststellen mussten, hatten wir an der engsten Stelle des Sees gebadet und der eigentliche Wannsee befand sich ca. 9 km entfernt.
Montag, 17. August
Ein typischer Shoppingtag. Ausbeute: 1 lange Hose, 1 kurze Hose, Bücher (Sloterdijk, Eschbach, Gombrich, Plath, Bourdieu), CDs.
Dienstag, 18. August
Wir erkundeten den Stadtteil Prenzlauerberg und probierten eine klassische Currywurst bei Konnopke.
Die Stadt hatte sich seit unserem letzten Aufenthalt vor drei Jahren kaum verändert. Der Palast der Republik wurde abgerissen und nun bevölkerten junge Menschen die brachliegende Fläche, um die Sonnenstrahlen zu genießen. Man kann nur hoffen, dass die Stadt Berlin weiterhin an ihrer Schuldenlast laboriert und sich keinen Neubau für diese Fläche leisten kann, denn es ist wirklich ein sehr netter Fleck zum Verweilen. Die Bevölkerung von Berlin war sehr freundlich zu uns Österreichern gewesen. Die „Berliner Schnauze“ hatten wir nicht erlebt. Zur selben Zeit fand auch die Leichtathletik-WM in Berlin statt. Vor dem Brandenburger Tor hatten die Veranstalter die Siegestribüne für die Outdoor-Bewerbe, z.B. der sportlichen Geherinnen, aufgebaut. Aus gegebenem Anlass hatte ich mich jeden Abend mit einem isotonischen Getränk (Bier) gedopt. Ich war den hohen Alkoholanteil im Bier nicht mehr gewohnt.
Obwohl ich das Schöfferhofen-Weizen, das laut Werbung „so schön im Bauchnabel prickelt“, am ersten Abend ausprobierte und meinte, dass es ein Leichtbier wäre, musste ich beim Nachhauseweg nach einem Krügerl leicht gestützt werden, um den geraden Nachhauseweg nicht mit Kurven zu versehen. Ich schlief dann relativ rasch ein.
Mittwoch, 19. August
Wer hätte das gedacht: Um zum Müggelsee zu kommen, benötigt man eine Fähre!
Alle 20 Minuten schippert ein Süßwasserkapitän über die Spree und bringt Passanten ans gegenüberliegende Ufer. Die Überfahrt dauert drei Minuten. Leider gibt es an Bord keine Verpflegung, aber wir hielten durch bis zur nächsten Currywurstbude. Dort probierte ich auch zum ersten Mal eine Berliner Weisse mit Waldmeister. Ein grünes Bier!
Es schmeckte, so wie es aussah: künstlich und grauslich! Der weitere Radweg war wunderschön durch den Wald angelegt mit kleinen Möglichkeiten, ans Ufer des Sees zu kommen.
Ein kleiner Abstecher in die Altstadt von Köpenick und ein guter Kaffee gaben uns Kraft für die nächsten Kilometer.
Am späteren Nachmittag machten wir von einer Badegelegenheit in einer schmalen Bucht Gebrauch und blieben bis am Abend.
Dann ging es am Nordufer über Kleinvenedig zurück zur S-Bahn Richtung Stadtmitte.
An diesem Tag machten wir Oslo u
nsicher. Wir ließen unsere Räder im Hinterhof des Hotels stehen und trotteten zu Fuß durch die Stadt. Der Stadtteil rund um den Zentralbahnhof war durch moderne Gebäude und Glaspaläste geprägt.
An einer Straßenkreuzung wurde gerade ein Film gedreht und auch die Passanten wurden für fünf Minuten angehalten, stillzustehen. Wir konnten nicht eruieren, um was es wirklich in diesem Film gehen sollte, aber aufgrund der Menschenraube rund um den Set, konnten wir schließen, dass berühmte norwegische Schauspieler daran mitwirkten. Am Hafen wurden im Rahmen des Jazzfestivals einige musikalische Auftritte geprobt. Im Hintergrund schaukelten die leeren Ausflugsboote und majestätisch ankerte ein Kreuzfahrtschiff am letzten Pier.
Der Hafen gehört architektonisch nicht zu den Glanzstücken von Oslo. Das Rathaus ist unverwechselbar häßlich, ebenso das Gebäude der Handelsbanken daneben. 
Ganz anders verhält es sich mit dem Königspalast, der schön renoviert den Besucher der nicht weit entfernten Einkaufsstraße grüßt.Mit der Straßenbahn fuhren wir am Nachmittag zum Vigeland-Park. Der Bildhauer Vigeland schuf hier eine sehr interessante, expressionistische Parklandschaft mit
vielen Skulpturen, Brunnen und e
inem Obelisken.
Die Betrachter und –innen nahmen oftmals die Posen der Abgebildeten an und ließen sich fotografieren.
Eine Gruppe von Asiatinnen stach mit ihren bunten Gewändern aus der Masse der Touristen heraus. Es war sehr hübsch anzusehen, wie köstlich sie sich amüsierten. Zur Stärkung nahmen wir noch einen Capuccino zu uns und fuhren wieder zurück zum Hotel. Nach einem kleinen Nachmittagsschläfchen besuchten Martin und ich noch das Intellektuellenviertel.Freitag, 14. August
Der Tag begann für mich sehr früh. Um 6.30 Uhr läutete der Wecker und ich benötigte bis 7 Uhr, um alle Kabel unsereres 6-fach-Steckers zu entwirren und einzeln einzupacken. Langsam sortierte ich meine Wäsche und meine Postkarten. Die Burschen schliefen noch als ich zum Frühstück ging. Um 8 Uhr verabschiedete ich mich von ihnen. Denn ich musste rechtzeitig beim Flughafen sein. Das Einchecken von Rädern und Gepäck kann manchmal recht langwierig sein, wie wir dies in Stockholm erlebt haben. Aber diesmal ging alles wirklich ruckizucki. Kurz vor 15 Uhr befand ich mich bereits am Flughafen in Berlin. Das Rad war bereits wieder vollbepackt. Die Wiedersehensfreude mit meiner Frau war sehr groß, schließlich hatten wir uns jetzt über 5 Wochen nicht gesehen. Sie hatte uns ein schönes Hotelzimmer reserviert. Sie fuhr mit dem Bus, ich mit dem Rad. Wir trafen uns wieder bei einer U-Bahnstation und ließen uns recht gemütlich von der Berliner U-Bahn bis knapp vor die Hoteltüre bringen. Am Abend gingen wir noch ins KaDeWe und ich kaufte mir einen guten Rasierer.
Samstag, 15. August
Zum Frühstück erschien ich bereits sehr kultiviert, glatt rasiert und mit frischem T-Shirt. Schön langsam realisierte ich, wie einfach ich die letzten paar Wochen gereist bin. Das Frühstücksbuffet bestand aus guten Wurst- und Käsesorten, Müsli, Joghurt, Marmelade, frischem Gebäck. Ich konnte so viel essen, wie ich wollte. Ich hatte nämlich den ehelichen Auftrag erhalten, meine Fettreserven zumindest auf ein erträgliches Maß wieder aufzufüllen. Man konnte nämlich derzeit jede einzelne Rippe, jeden nur vorhandenen Knochen leicht erspüren. Durchtrainierte Muskeln hatten die Fettpölsterchen ersetzt.
Nach dem Frühstück suchten wir einen Fahrradverleih in der Motzstraße auf, da wir gemeinsam am Fahrrad meinen 3.000sten Kilometer abfahren wollten.
Tatsächlich benötigten wir dazu nur 700 Meter, dann war es soweit. Direkt vor der U-Bahn-Station Nollendorfplatz wurde dieser Kilometer vollendet und per Foto festgehalten. An diesem Tag machten wir noch eine kleine Fotosafari durch die Stadt (Schloss Charlottenburg,
Siegessäule,
Bauhaus-Museum, Alexanderplatz).Sonntag, 16. August
Der Wannsee wird in sehr vielen deutschen Schlagern besungen und wir wollten diesen romantischen See auch einmal besuchen. Weil Berlin sehr flach ist, können Sportlerinnen im Aufbautraining 20 bis 30 Kilometerdistanzen mit 14km/h spielend bewältigen. Das Ufer des Wannsees entpuppte sich als reichlich bevölkert und im Wasser musste man aufpassen, nicht überschwommen oder gar überfahren zu werden. Die Schiffsdichte entsprach einer mittleren Autobahn!
Wie wir später feststellen mussten, hatten wir an der engsten Stelle des Sees gebadet und der eigentliche Wannsee befand sich ca. 9 km entfernt.Montag, 17. August
Ein typischer Shoppingtag. Ausbeute: 1 lange Hose, 1 kurze Hose, Bücher (Sloterdijk, Eschbach, Gombrich, Plath, Bourdieu), CDs.
Dienstag, 18. August
Wir erkundeten den Stadtteil Prenzlauerberg und probierten eine klassische Currywurst bei Konnopke.
Die Stadt hatte sich seit unserem letzten Aufenthalt vor drei Jahren kaum verändert. Der Palast der Republik wurde abgerissen und nun bevölkerten junge Menschen die brachliegende Fläche, um die Sonnenstrahlen zu genießen. Man kann nur hoffen, dass die Stadt Berlin weiterhin an ihrer Schuldenlast laboriert und sich keinen Neubau für diese Fläche leisten kann, denn es ist wirklich ein sehr netter Fleck zum Verweilen. Die Bevölkerung von Berlin war sehr freundlich zu uns Österreichern gewesen. Die „Berliner Schnauze“ hatten wir nicht erlebt. Zur selben Zeit fand auch die Leichtathletik-WM in Berlin statt. Vor dem Brandenburger Tor hatten die Veranstalter die Siegestribüne für die Outdoor-Bewerbe, z.B. der sportlichen Geherinnen, aufgebaut. Aus gegebenem Anlass hatte ich mich jeden Abend mit einem isotonischen Getränk (Bier) gedopt. Ich war den hohen Alkoholanteil im Bier nicht mehr gewohnt.
Obwohl ich das Schöfferhofen-Weizen, das laut Werbung „so schön im Bauchnabel prickelt“, am ersten Abend ausprobierte und meinte, dass es ein Leichtbier wäre, musste ich beim Nachhauseweg nach einem Krügerl leicht gestützt werden, um den geraden Nachhauseweg nicht mit Kurven zu versehen. Ich schlief dann relativ rasch ein.Mittwoch, 19. August
Wer hätte das gedacht: Um zum Müggelsee zu kommen, benötigt man eine Fähre!
Alle 20 Minuten schippert ein Süßwasserkapitän über die Spree und bringt Passanten ans gegenüberliegende Ufer. Die Überfahrt dauert drei Minuten. Leider gibt es an Bord keine Verpflegung, aber wir hielten durch bis zur nächsten Currywurstbude. Dort probierte ich auch zum ersten Mal eine Berliner Weisse mit Waldmeister. Ein grünes Bier!
Es schmeckte, so wie es aussah: künstlich und grauslich! Der weitere Radweg war wunderschön durch den Wald angelegt mit kleinen Möglichkeiten, ans Ufer des Sees zu kommen.
Ein kleiner Abstecher in die Altstadt von Köpenick und ein guter Kaffee gaben uns Kraft für die nächsten Kilometer.
Am späteren Nachmittag machten wir von einer Badegelegenheit in einer schmalen Bucht Gebrauch und blieben bis am Abend.
Dann ging es am Nordufer über Kleinvenedig zurück zur S-Bahn Richtung Stadtmitte.

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