Dienstag, 21. Juli
Gottseidank hat mich an diesem Tag ein Wecker aufgeweckt, denn sonst hätten wir das gute Frühstück im Hotel verschlafen. Wir waren die letzten beim Frühstück und das machte sich leider sofort bemerktbar: Es gab keine heiße Schokolade für Peter, das heiße Wasser für einen Tee war aus für Peter, der Orangensaft war kurzfristig aus für Peter und es gab nur ein Ei für Peter. Peter hat dieses Hotel in nicht so guter Erinnerung!
Nach dem Frühstück legten sich die beiden Helden zur Verdauung wieder schlafen, und ich radelte in den Nebenort mit Peters Fahrrad, um mir neue Radmäntel zu kaufen. Die Auswahl im Sportgeschäft war riesig! Ich konnte zwischen 20 verschiedenen Mäntel wählen. Da ich nur ein Fahrradbenutzer bin und kein wirklicher Experte fragte ich den Verkäufer, welche Mäntel, denn die besten für meine Tour wären und er drückte mir zwei Continental -Reifen in die Hand und sagte: „These are the best for Norway!“ Ich zahlte, hängte mir die Schläuche quer über den Rücken und radelte wieder die fünf Kilometer zum Hotel zurück. Auf der Fahrt traf ich auch eine ältere Dame mit ihrem Elektromobil. Sie fuhr Zick-zack Kurs oder Kampflinie und telefonierte fleißig. Ich konnte sie erst nach einem Kilometer überholen. Zurück im Hotel war ich überglücklich über meine neue Errungenschaft. Über eine dreiviertel Stunde schaute ich mir die Reifen verträumt an, dann ging ich aufs Zimmer und weckte Martin und Peter. Es dauerte dann noch ca. eine dreiviertel Stunde bis wir gemeinsam an meinem Fahrrad herumbastelten. Peter war für das technische Tuning, ich für die Hilfsdienste und Martin für das Pumpen zuständig. Also, eine perfekte Arbeitsteilung. Nach einer Viertelstunde konnte ich bereits mein Rad wieder beladen! Nach zwei, drei Erinnerungsfotos, ging es gleich den ersten und einzigen Pass über 200 Höhenmeter hinauf. Ich schwitzte wieder das Leiberl durch. Ein Reiseradler mit eher wenig Gepäck überholte uns, auch ein Bergläufer überholte uns. Wir waren heute nicht so gut beisammen. Die Abfahrt musste kurzfristig unterbrochen werden. Vor uns tat sich wieder einmal ein phantastisches Panorama auf. Schneebedeckte Berge, schroffe Steilhänge, glasklares Wasser, in dem sich die Bergspitzen spiegelten und die Sonne reflektierte. Wir fotografierten und filmten, dann fuhren wir fünf Kilometer weiter. Wieder zwang uns das Panorama zum Stehenbleiben. Wir waren überwältigt. Nur langsam kamen wir so voran, aber wir genossen jede Sekunde der heutigen Fahrt. Es war auch ein Prachtwetter! Fast keine Wolke am Himmel, die Sonne strahlte bei ca. 12 Grad, es war großteils windstill. Für die ersten 45 Kilometer brauchten wir mehrere Stunden. Um 17.05 kamen wir in Olderdalen an, wo die Fähre genau vor fünf Minuten abgelegt hatte. So mussten wir auf die übernächste Fähre warten, weil wir kurzfristig beschlossen, beim Kiosk an der Anlegestelle Mittag zu essen. Peter aß zwei Hotdogs und eine Riesenportion Pommes, Martin zwei Hamburger (je 160 g Fleisch!) und ich zwei Hühnerkeulen und Pommes. Dies klingt zwar nicht sehr gesund, aber uns war das in diesem Moment ziemlich wurscht. Wir hatten Gusto auf Fleisch! Zumindest für morgen haben wir uns wieder vorgenommen, Spaghetti zu essen, um einerseits Geld zu sparen und andererseits uns fleischlos zu ernähren. Die Fahrt mit dem Schiff war sehr beruhigend und dauerte eine halbe Stunde. Peter hat für uns drei aus dem Fenster gesehen. Martin und ich bekamen von der Überfahrt nichts mit, wir fröhnten unserem Mittagsschläfchen. Die weiteren 22 Kilometer auf dem Rad nach Svensby haben wir schnell hinter uns gebracht, dort eine Hütte gemietet (ans Zelten ist bei den derzeitigen Temperaturen nicht ganz zu denken und eine Dusche am Abend ist etwas wunderbares!) Die Räder abgestellt und den Abend verfaulenzt! Ein wunderbarer Tag ist sehr rasch zu Ende gegangen.
Donnerstag, 23. Juli 2009
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