Donnerstag, 16. Juli
Das Aufstehen heute in der Früh fiel schon sehr schwer, aber wir wollten unbedingt auch das gute Frühstück der Jugendherberge genießen! Es gab Fisch in jeder kalten Variation, harte Eier, Nutella, Müsli. Wir fühlten uns wie im Schlaraffenland! Nach einer Stunde waren wir satt und legten uns wieder hin. Bis 12 Uhr dösten wir, dann mussten wir unsere Sachen einpacken und unsere Räder satteln.
Um 15 Uhr ging es wieder los Richtung Olderfjord. Wir mussten dieselbe Strecke zurückfahren, die wir
gekommen sind. Aufgrund unserer guten Kondition kamen wir schnell voran.
Insgesamt 5 Tunnels schafften wir. Der Nordkapptunnel war für alle diesmal kein Problem und wir waren erstaunt, wie schnell man ihn als Radler durchqueren kann. Im Tunnel selbst trafen wir einen Radler, der in die Gegenrichtung fuhr und uns fröhlich zu winkte.
Das Wetter war freundlicher als in den letzten beiden Tagen, ma
nchmal strahlte die Sonne, nur der Wind blies kühl vom Meer. Am Wegesrand grasten wieder Herden von Rentieren. Wir sahen auch viele junge, die nicht von der Seite ihrer Rentiermütter wichen. Auf den Strommästen saßen fette Möwen, die starr aufs Meer blickten und unsere Anwesenheit ignorierten. In Rabelvag legten wir eine kurze Pause ein, 50 Kilometer hatten wir bereits in den Beinen und scheinbar sah man es uns an, dass wir hundemüde waren. Die Vermieterin bot uns sofort eine Hütte an, doch wir wollten uns nur kurz aufwärmen bei Kaffee, Tee und einem guten Omlette! Die Zubereitung von Omlette scheint dort ein besonderes Ritual in der Küche zu erfordern, vielleicht musste die Köchin warten, bis die Hühner genug Eier gelegt hatten, denn es dauerte eine halbe Stunde bis wir unser gutes Essen bekamen. Seit dem Nordkapptunnel haben wir von diesem köstlichen Omlette geträumt.
Die weitere Strecke nach Olderfjord verging sehr rasch. Die Küstenstraße bot schöne Ausblicke. Die Strecke war sanft hügelig. Um 22.50 Uhr kamen wir bei der Rezeption in Olderfjord an. Wir hatten wirklich Glück, denn die Öffnungszeiten waren bis 23 Uhr angeschrieben! Da wir an diesem Tag 100,2 km gefahren waren, wollten Martin und ich einen guten Gerstensaft zur Prophylaxe gegen Muskelkater und zum Auffüllen unserer isotonischer Reserven kaufen, doch die Verkäuferin wies uns auf die norwegischen Gesetze hin. Bier darf nach 20 Uhr in Supermärkten nicht mehr verkauft werden.
Wir konnten eine kleine Hütte ohne WC und Dusche beziehen, dafür mit vier alten gepolstertern Sessel und einer interessanten Hochbettkonstruktion. Weil das Restaurant auch schon geschlossen hatte, bereiteten wir uns aus den Essensresten ein Tagesrandmenü bestehend aus einer südkoreanischen scharfen Suppe („Teufelssuppe“!), die Martin von einer südkoreanischen Reisegruppe in der Jugendherberge geschenkt bekommen hatte, Karotten, Erdäpfel und Reis.
Die Südkoreaner werden uns immer in Erinnerung bleiben! Sie hatten nämlich für ihre Europa-Tour ihr eigenes Essen in einem Container mitgebracht! Wir trafen sie auch, wie wir gerade die Hügel zum Nordkapp hinauffuhren. Sie hatten sich zwei Autos gemietet und als sie uns sahen, hupten und winkten sie und blieben sogar einmal stehen, um uns zu fotografieren. Wahrscheinlich waren wir für sie ganz verrückte Europäer. Die Küche des Campingplatzes hatte auch schon bessere Zeiten gesehen. Sie bestand aus zwei alten Elektoherden, zwei Wasserhähnen, einer Mikrowelle und einem nicht mehr funktionstüchtigem Backrohr. Wir mussten unsere eigenen Töpfe und Besteck verwenden, da nichts vorhanden war. Der Eingangstüre zur Küche fehlte leider schon die Glasscheibe, so dass das Kochen eine eher zugige Angelegenheit war.
Freitag, 17. Juli
An diesem Freitag hatten wir uns wieder eine größere Etappe vorgenommen. Wir wollten von Olderfjord bis nach Alta kommen. Die Streckenangaben waren in den einzelnen Karten und im Google Maps ganz unterschiedlich. Die Kilometerangabe schwankte zwischen 108 bis 150 Kilometer. Aufgrund dieser Streuungsbreite waren wir uns nicht ganz sicher, ob wir unser Tagesziel erreichen würden. Die Temperatur in Olderfjord war eher niedrig (um 12 Grad), jedoch für eine längere Tagesetappe besser als ein wirklicher Hitzetag. Während wir die ersten Meter aus dem Ort hinausrollten, merkten wir, dass ein beständiger Wind aus unserer Fahrtrichtung kam. Langsam ging es immer weiter bergauf. Campingbusse übe
rholten uns und nur manchmal sahen
wir einen Bus Richtung Nordkapp fahren. 
Die Vegetation hatte sich seit dem Nordkapp wieder verändert. Nun gab es viel mehr Bäume, Sträucher und Pflanzen, die am Wegesrand blühten. Man könnte fast geneigt sein zu sagen: „Wie bei uns daheim“, nur mit dem Unterschied, dass es an diesem Tag um 20 Grad in Wien wärmer war! Nach einer dreiviertel Stunde Aufstieg hatten wir das erste Hochplateau erreicht. Der Wind blies uns noch stärker an. Man glaubte trotz Kraftanstrengung nicht weiterzukommen. 14 bis 16 km/h waren das Maximum, oft schlichen wir mit 9 bis 10 km/h gebückt und schwer atmend dahin.
Die Wolkendecke verdichtete sich zusehends und wir spürten bereits die ersten Regentropfen. Es wurde schön langsam Zeit für die Regenjacke. Nach 2 ½ Stunden erreichten wir Skaidi, ein kleiner Ort, der für sein Skiresort bekannt ist. Wir waren nach diesen 30 Kilometern fix und fertig. Wir waren hungrig und unterkühlt. In einem kleinen Restaurant neben einer Tankstelle bestellten wir uns einen Tee und heiße Schokolade. Da wir auch schon richtigen Hunger hatten, orderten wir große Cheeseburger mit Pommes. Diese Cheeseburger sind so groß, dass man sie mit Messer und Gabel essen muss. Das Laberl passt nicht in zwei Hände! Nach dem Essen fielen uns die Augen zu und so dösten wir eine dreiviertel Stunde, bis wir die letzten 88 Kilometer dieses Tages in Angriff nahmen. Ein italienischer Reiseradler erklärte uns im gebrochenem Englisch, was wir zu erwarten hatten:
Zuerst einen leichten Anstieg entlag eines Flusses, dann eine Hochebene, auf der uns ein starker Gegenwind empfangen würde und eine steile Abfahrt. Langsam fuhren wir Höhenmeter um Höhenmeter Flußaufwärts. Der Regen wurde stärker, der Wind blies unerbittlich. Es hatte nun nur mehr zwischen 2 und 5 Grad Celsius. Wir froren in den Händen. Plötzlich hatte Martin einen Patschen. Gemeinsam suchten wir nach dem Loch. Peter flickte ganz professionell den lädierten Schlauch. Nach einer halben Stunde ging es weiter.
Die Hochebene wurde von schneebedeckten Hügeln rechts und links eingegrenzt. Ca. 30 Kilometer mussten wir gegen den Wind ankämpfen, dann kam endlich die heiß ersehnte Abfahrt. Auf dieser Fahrt erinnerten wir uns, dass manche Familienmitglieder gemeint hatten, wir würden nur 60 Kilometer pro Tag schaffen. Jetzt hatten wir sie wieder eines besseren belehrt! Um halb 12 Uhr abends hatten wir es endlich geschafft. 103 Kilometer ist die Strecke Olderfjord – Alta tatsächlich lang. Zufrieden steuerten wir den Campingplatz von Alta an und mieteten uns für 40 Euro ein Zimmer. Es war wunderschön warm. Diese Strecke hatte unsere letzten Kraftreserven aufgebraucht und wir schliefen bald erschöpft ein. Für uns war diese Strecke noch anstrengender als das Nordkapp gewesen und wir beschlossen, einen Ruhetag in Alta einzulegen.
Das Aufstehen heute in der Früh fiel schon sehr schwer, aber wir wollten unbedingt auch das gute Frühstück der Jugendherberge genießen! Es gab Fisch in jeder kalten Variation, harte Eier, Nutella, Müsli. Wir fühlten uns wie im Schlaraffenland! Nach einer Stunde waren wir satt und legten uns wieder hin. Bis 12 Uhr dösten wir, dann mussten wir unsere Sachen einpacken und unsere Räder satteln.
Um 15 Uhr ging es wieder los Richtung Olderfjord. Wir mussten dieselbe Strecke zurückfahren, die wir
gekommen sind. Aufgrund unserer guten Kondition kamen wir schnell voran.
Insgesamt 5 Tunnels schafften wir. Der Nordkapptunnel war für alle diesmal kein Problem und wir waren erstaunt, wie schnell man ihn als Radler durchqueren kann. Im Tunnel selbst trafen wir einen Radler, der in die Gegenrichtung fuhr und uns fröhlich zu winkte.
Das Wetter war freundlicher als in den letzten beiden Tagen, ma
nchmal strahlte die Sonne, nur der Wind blies kühl vom Meer. Am Wegesrand grasten wieder Herden von Rentieren. Wir sahen auch viele junge, die nicht von der Seite ihrer Rentiermütter wichen. Auf den Strommästen saßen fette Möwen, die starr aufs Meer blickten und unsere Anwesenheit ignorierten. In Rabelvag legten wir eine kurze Pause ein, 50 Kilometer hatten wir bereits in den Beinen und scheinbar sah man es uns an, dass wir hundemüde waren. Die Vermieterin bot uns sofort eine Hütte an, doch wir wollten uns nur kurz aufwärmen bei Kaffee, Tee und einem guten Omlette! Die Zubereitung von Omlette scheint dort ein besonderes Ritual in der Küche zu erfordern, vielleicht musste die Köchin warten, bis die Hühner genug Eier gelegt hatten, denn es dauerte eine halbe Stunde bis wir unser gutes Essen bekamen. Seit dem Nordkapptunnel haben wir von diesem köstlichen Omlette geträumt.Die weitere Strecke nach Olderfjord verging sehr rasch. Die Küstenstraße bot schöne Ausblicke. Die Strecke war sanft hügelig. Um 22.50 Uhr kamen wir bei der Rezeption in Olderfjord an. Wir hatten wirklich Glück, denn die Öffnungszeiten waren bis 23 Uhr angeschrieben! Da wir an diesem Tag 100,2 km gefahren waren, wollten Martin und ich einen guten Gerstensaft zur Prophylaxe gegen Muskelkater und zum Auffüllen unserer isotonischer Reserven kaufen, doch die Verkäuferin wies uns auf die norwegischen Gesetze hin. Bier darf nach 20 Uhr in Supermärkten nicht mehr verkauft werden.
Wir konnten eine kleine Hütte ohne WC und Dusche beziehen, dafür mit vier alten gepolstertern Sessel und einer interessanten Hochbettkonstruktion. Weil das Restaurant auch schon geschlossen hatte, bereiteten wir uns aus den Essensresten ein Tagesrandmenü bestehend aus einer südkoreanischen scharfen Suppe („Teufelssuppe“!), die Martin von einer südkoreanischen Reisegruppe in der Jugendherberge geschenkt bekommen hatte, Karotten, Erdäpfel und Reis.
Die Südkoreaner werden uns immer in Erinnerung bleiben! Sie hatten nämlich für ihre Europa-Tour ihr eigenes Essen in einem Container mitgebracht! Wir trafen sie auch, wie wir gerade die Hügel zum Nordkapp hinauffuhren. Sie hatten sich zwei Autos gemietet und als sie uns sahen, hupten und winkten sie und blieben sogar einmal stehen, um uns zu fotografieren. Wahrscheinlich waren wir für sie ganz verrückte Europäer. Die Küche des Campingplatzes hatte auch schon bessere Zeiten gesehen. Sie bestand aus zwei alten Elektoherden, zwei Wasserhähnen, einer Mikrowelle und einem nicht mehr funktionstüchtigem Backrohr. Wir mussten unsere eigenen Töpfe und Besteck verwenden, da nichts vorhanden war. Der Eingangstüre zur Küche fehlte leider schon die Glasscheibe, so dass das Kochen eine eher zugige Angelegenheit war.Freitag, 17. Juli
An diesem Freitag hatten wir uns wieder eine größere Etappe vorgenommen. Wir wollten von Olderfjord bis nach Alta kommen. Die Streckenangaben waren in den einzelnen Karten und im Google Maps ganz unterschiedlich. Die Kilometerangabe schwankte zwischen 108 bis 150 Kilometer. Aufgrund dieser Streuungsbreite waren wir uns nicht ganz sicher, ob wir unser Tagesziel erreichen würden. Die Temperatur in Olderfjord war eher niedrig (um 12 Grad), jedoch für eine längere Tagesetappe besser als ein wirklicher Hitzetag. Während wir die ersten Meter aus dem Ort hinausrollten, merkten wir, dass ein beständiger Wind aus unserer Fahrtrichtung kam. Langsam ging es immer weiter bergauf. Campingbusse übe
rholten uns und nur manchmal sahen
wir einen Bus Richtung Nordkapp fahren. 
Die Vegetation hatte sich seit dem Nordkapp wieder verändert. Nun gab es viel mehr Bäume, Sträucher und Pflanzen, die am Wegesrand blühten. Man könnte fast geneigt sein zu sagen: „Wie bei uns daheim“, nur mit dem Unterschied, dass es an diesem Tag um 20 Grad in Wien wärmer war! Nach einer dreiviertel Stunde Aufstieg hatten wir das erste Hochplateau erreicht. Der Wind blies uns noch stärker an. Man glaubte trotz Kraftanstrengung nicht weiterzukommen. 14 bis 16 km/h waren das Maximum, oft schlichen wir mit 9 bis 10 km/h gebückt und schwer atmend dahin.
Die Wolkendecke verdichtete sich zusehends und wir spürten bereits die ersten Regentropfen. Es wurde schön langsam Zeit für die Regenjacke. Nach 2 ½ Stunden erreichten wir Skaidi, ein kleiner Ort, der für sein Skiresort bekannt ist. Wir waren nach diesen 30 Kilometern fix und fertig. Wir waren hungrig und unterkühlt. In einem kleinen Restaurant neben einer Tankstelle bestellten wir uns einen Tee und heiße Schokolade. Da wir auch schon richtigen Hunger hatten, orderten wir große Cheeseburger mit Pommes. Diese Cheeseburger sind so groß, dass man sie mit Messer und Gabel essen muss. Das Laberl passt nicht in zwei Hände! Nach dem Essen fielen uns die Augen zu und so dösten wir eine dreiviertel Stunde, bis wir die letzten 88 Kilometer dieses Tages in Angriff nahmen. Ein italienischer Reiseradler erklärte uns im gebrochenem Englisch, was wir zu erwarten hatten:
Zuerst einen leichten Anstieg entlag eines Flusses, dann eine Hochebene, auf der uns ein starker Gegenwind empfangen würde und eine steile Abfahrt. Langsam fuhren wir Höhenmeter um Höhenmeter Flußaufwärts. Der Regen wurde stärker, der Wind blies unerbittlich. Es hatte nun nur mehr zwischen 2 und 5 Grad Celsius. Wir froren in den Händen. Plötzlich hatte Martin einen Patschen. Gemeinsam suchten wir nach dem Loch. Peter flickte ganz professionell den lädierten Schlauch. Nach einer halben Stunde ging es weiter.
Die Hochebene wurde von schneebedeckten Hügeln rechts und links eingegrenzt. Ca. 30 Kilometer mussten wir gegen den Wind ankämpfen, dann kam endlich die heiß ersehnte Abfahrt. Auf dieser Fahrt erinnerten wir uns, dass manche Familienmitglieder gemeint hatten, wir würden nur 60 Kilometer pro Tag schaffen. Jetzt hatten wir sie wieder eines besseren belehrt! Um halb 12 Uhr abends hatten wir es endlich geschafft. 103 Kilometer ist die Strecke Olderfjord – Alta tatsächlich lang. Zufrieden steuerten wir den Campingplatz von Alta an und mieteten uns für 40 Euro ein Zimmer. Es war wunderschön warm. Diese Strecke hatte unsere letzten Kraftreserven aufgebraucht und wir schliefen bald erschöpft ein. Für uns war diese Strecke noch anstrengender als das Nordkapp gewesen und wir beschlossen, einen Ruhetag in Alta einzulegen.Samstag, 18. Juli
Ein wohlverdienter Ruhetag in Alta. 12.000 Einwohner leben in dieser sehr langgestreckten Stadt, in der es auch eine Skiflugschanze, einen kleinen Flughafen und einige Supermärkte gab. Wir besorgten für Martin einen neuen Schlauch und einen Mantel. Zur Erinnerung an die gestrige Tour leisteten wir uns auch ein Alta-Pickerl für unsere Fahrräder. Dieses ist uns ebensoviel Wert wie das Nordkapp-Pickerl. Sonst waren wir an diesem Tag sehr faul!
Ein wohlverdienter Ruhetag in Alta. 12.000 Einwohner leben in dieser sehr langgestreckten Stadt, in der es auch eine Skiflugschanze, einen kleinen Flughafen und einige Supermärkte gab. Wir besorgten für Martin einen neuen Schlauch und einen Mantel. Zur Erinnerung an die gestrige Tour leisteten wir uns auch ein Alta-Pickerl für unsere Fahrräder. Dieses ist uns ebensoviel Wert wie das Nordkapp-Pickerl. Sonst waren wir an diesem Tag sehr faul!

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