Mittwoch, 15. Juli 2009
An diesem Tag wollten wir das Nordkapp befahren. Hierfür waren noch einige Vorbereitungen notwendig. 1. Mussten wir einen Fahrradhändler finden, der meinen Umwerfer reparieren konnte, 2. Geld abheben, da wir über kein Bargeld mehr verfügten und 3. Proviant besorgen. Wir wussten, dass die Strecke sehr anstrengend werden würde. Das Wetter war nicht das beste. Es nieselte, neb
elte und es war kalt (ca. 8 Grad in Honnigsvag). Um 16.20 Uhr begannen wir dann unsere Tour. Von der Jugendherberge ging es einmal leicht bergauf zum Flughafen, dann die Küstenstraße entlang. Der Wind peitschte die Wellen an die Felsen.
Die Gischt spritzte zwei Meter hoch. Möwen kreischten oder zogen in Felsspalten ihre Köpfe ein. Meine Brille war bereits leicht beschlagen. Gegen den Wind hatte ich mein Fahrradhauberl aufgesetzt und meine WHS-Weste angezogen, darüber meine Regenjacke. Ich hatte auch die wärmste Jogginghose an und meine Regenhose darüber. Handschuhe hatte ich leider vergessen. Der erste Anstieg zum Campingplatz kostete mich überhaupt keine Kraft. Es war als ob ich eine einfache Gerade fahren würde. Doch dann begann der knackige erste Anstieg. Eine Serpentinenstraße schraubte sich den Hügel empor. 10 Prozent Steigung und mehr. Busse überholten uns respektvoll, Campingwagenfahrer winkten uns zu. Der Regen wurde ein bisschen stärker und der Nebel dichter. Schön langsam wurde mir richtig warm. Oben angekommen, schob ich meine Brille au
f die Nasenspitze. Sie war vollkommen beschlagen. Da der Nebel immer stärker wurde hatte sie auch keine wirkliche Relevanz. An manchen Stellen sah man nur mehr 10 Meter weit. Schemenhaft tauchten Busse oder Campingwagen aus der Gegenrichtung auf. Dann ging es wieder ein Stückchen bergab (bis fast auf Meereshöhe). Der Nebel lichtete sich ein wenig in der Talsohle, dafür wurde der Wind stärker. Ich spürte, dass ich verschwitzt war. Doch nun ging es nochmals bergauf, hinein in den Nebel. Der Anstieg zog sich und zog sich. Man konnte kein Ende erkennen. Mein GPS-Gerät zeigte mir zwar den Weg und zeichnete auch brav die Strecke auf, doch warnte mich nicht vor den Böen di
e einmal von links und dann wieder von rechts kamen. Die beiden Burschen waren ein bisschen schneller als ich und wir machten uns aus, dass wir uns oben am Nordkapp vor dem Eingang treffen würden. In den Minuten der Einsamkeit im Nebel kommen ganz blöde Ideen. Ich wollte herausfinden, welches Lied am besten zu meiner Trittfrequenz passt. Nach ca. 20 Minuten des Herumprobierens bin ich auf das optimale Lied für starke Anstiege gestoßen: „Gold, Platin und Diamant, Mölltaler Buam aus dem Kärtnerland, ziehen um die ganze Welt, weil Musik uns so gefällt“. Ich hätte mir nie gedacht, dass dieses Lied für irgendetwas sinnvoll wäre! Der Nebel hatte auch einen weiteren Nachteil, wenn man die Strecke nicht kennt: Man glaubt nach jeder Kurve bereits am Ziel zu sein und stößt einen Seufzer der Erleichterung aus, um gleich zu merken, dass er umsonst war. Kurz vor dem Ziel gibt es am Nordkapp auch noch eine Mautstation. Der Bedienstete winkte mich anerkennend und respektzollend durch. Der nächste Bus musste schon wieder Maut zahlen (ca. 285 Kronen pro Person). Martin erlebte bei mir das erste Mal das Chesterfield-Symptom: Sobald man sich eine Zigarette anzündet ist die Bim (in diesem Fall ich) schon da (Ankunftszeit: 18:50)!
Vollkommen verschwitzt aber glücklich gab es ein Gruppenfoto. Dann suchten wir uns ein Plätzchen im King’s View und genossen die nicht vorhandene Aussicht und die heiße Schok
olade.
Bei der Weltkugel machten wir auch noch ein paar Fotos. Vielleicht lassen ja unsere Sponsoren noch etwas springen (Wir hielten ein enzovelo Sackerl in die Kamera, eine Österreich-Fahne und ich entkleidete mich kurzfristig bis aufs T-Shirt (für 7 Sekunden), dann packte ich mich wieder warm ein. Martin drehte noch ein Kurzvideo für seine Freunde in Südamerika im perfektesten Spanisch. Peter wollte anschließend noch den Kurzfilm über das Nordkapp sehen. Um 22:40 Uhr ging es wieder zurück. Das Wetter hatte sich erstaunlicherweise gebessert und die Fahrt nachhause in die Jugendherberge verging wie im Fluge um 00:15 waren wir wieder im Zimmer. Leider hatten wir den Code für die Eingangstür vergessen. Glücklicherweise hatte eine Touristin gerade in diesem Moment einen Hitzstau und öffnete ihr Fenster. Wir schildertern ihr unser Problem und sie öffnete uns die Tür. An diesem Tag sind wir 63 Kilometer geradelt. Wir waren überglücklich. Ich machte für die Burschen und mich noch ein kleines Abendessen (Lachs mit Reis und Gemüse) und wartete bis 3 Uhr früh auf das Ende des Waschmaschinenprogramms.
An diesem Tag wollten wir das Nordkapp befahren. Hierfür waren noch einige Vorbereitungen notwendig. 1. Mussten wir einen Fahrradhändler finden, der meinen Umwerfer reparieren konnte, 2. Geld abheben, da wir über kein Bargeld mehr verfügten und 3. Proviant besorgen. Wir wussten, dass die Strecke sehr anstrengend werden würde. Das Wetter war nicht das beste. Es nieselte, neb
elte und es war kalt (ca. 8 Grad in Honnigsvag). Um 16.20 Uhr begannen wir dann unsere Tour. Von der Jugendherberge ging es einmal leicht bergauf zum Flughafen, dann die Küstenstraße entlang. Der Wind peitschte die Wellen an die Felsen.
Die Gischt spritzte zwei Meter hoch. Möwen kreischten oder zogen in Felsspalten ihre Köpfe ein. Meine Brille war bereits leicht beschlagen. Gegen den Wind hatte ich mein Fahrradhauberl aufgesetzt und meine WHS-Weste angezogen, darüber meine Regenjacke. Ich hatte auch die wärmste Jogginghose an und meine Regenhose darüber. Handschuhe hatte ich leider vergessen. Der erste Anstieg zum Campingplatz kostete mich überhaupt keine Kraft. Es war als ob ich eine einfache Gerade fahren würde. Doch dann begann der knackige erste Anstieg. Eine Serpentinenstraße schraubte sich den Hügel empor. 10 Prozent Steigung und mehr. Busse überholten uns respektvoll, Campingwagenfahrer winkten uns zu. Der Regen wurde ein bisschen stärker und der Nebel dichter. Schön langsam wurde mir richtig warm. Oben angekommen, schob ich meine Brille au
f die Nasenspitze. Sie war vollkommen beschlagen. Da der Nebel immer stärker wurde hatte sie auch keine wirkliche Relevanz. An manchen Stellen sah man nur mehr 10 Meter weit. Schemenhaft tauchten Busse oder Campingwagen aus der Gegenrichtung auf. Dann ging es wieder ein Stückchen bergab (bis fast auf Meereshöhe). Der Nebel lichtete sich ein wenig in der Talsohle, dafür wurde der Wind stärker. Ich spürte, dass ich verschwitzt war. Doch nun ging es nochmals bergauf, hinein in den Nebel. Der Anstieg zog sich und zog sich. Man konnte kein Ende erkennen. Mein GPS-Gerät zeigte mir zwar den Weg und zeichnete auch brav die Strecke auf, doch warnte mich nicht vor den Böen di
e einmal von links und dann wieder von rechts kamen. Die beiden Burschen waren ein bisschen schneller als ich und wir machten uns aus, dass wir uns oben am Nordkapp vor dem Eingang treffen würden. In den Minuten der Einsamkeit im Nebel kommen ganz blöde Ideen. Ich wollte herausfinden, welches Lied am besten zu meiner Trittfrequenz passt. Nach ca. 20 Minuten des Herumprobierens bin ich auf das optimale Lied für starke Anstiege gestoßen: „Gold, Platin und Diamant, Mölltaler Buam aus dem Kärtnerland, ziehen um die ganze Welt, weil Musik uns so gefällt“. Ich hätte mir nie gedacht, dass dieses Lied für irgendetwas sinnvoll wäre! Der Nebel hatte auch einen weiteren Nachteil, wenn man die Strecke nicht kennt: Man glaubt nach jeder Kurve bereits am Ziel zu sein und stößt einen Seufzer der Erleichterung aus, um gleich zu merken, dass er umsonst war. Kurz vor dem Ziel gibt es am Nordkapp auch noch eine Mautstation. Der Bedienstete winkte mich anerkennend und respektzollend durch. Der nächste Bus musste schon wieder Maut zahlen (ca. 285 Kronen pro Person). Martin erlebte bei mir das erste Mal das Chesterfield-Symptom: Sobald man sich eine Zigarette anzündet ist die Bim (in diesem Fall ich) schon da (Ankunftszeit: 18:50)!
Vollkommen verschwitzt aber glücklich gab es ein Gruppenfoto. Dann suchten wir uns ein Plätzchen im King’s View und genossen die nicht vorhandene Aussicht und die heiße Schok
olade.
Bei der Weltkugel machten wir auch noch ein paar Fotos. Vielleicht lassen ja unsere Sponsoren noch etwas springen (Wir hielten ein enzovelo Sackerl in die Kamera, eine Österreich-Fahne und ich entkleidete mich kurzfristig bis aufs T-Shirt (für 7 Sekunden), dann packte ich mich wieder warm ein. Martin drehte noch ein Kurzvideo für seine Freunde in Südamerika im perfektesten Spanisch. Peter wollte anschließend noch den Kurzfilm über das Nordkapp sehen. Um 22:40 Uhr ging es wieder zurück. Das Wetter hatte sich erstaunlicherweise gebessert und die Fahrt nachhause in die Jugendherberge verging wie im Fluge um 00:15 waren wir wieder im Zimmer. Leider hatten wir den Code für die Eingangstür vergessen. Glücklicherweise hatte eine Touristin gerade in diesem Moment einen Hitzstau und öffnete ihr Fenster. Wir schildertern ihr unser Problem und sie öffnete uns die Tür. An diesem Tag sind wir 63 Kilometer geradelt. Wir waren überglücklich. Ich machte für die Burschen und mich noch ein kleines Abendessen (Lachs mit Reis und Gemüse) und wartete bis 3 Uhr früh auf das Ende des Waschmaschinenprogramms.

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