Leider hat es nun einige Zeit gedauert, bis ich wieder Zugang zum Internet hatte. Heute folgen die ersten Berichte:
Mittwoch. 8. 7. 09
Am Mittwoch flogen wir um 10.35 Uhr von Stockholm nach Kiruna mit der Linie Norvegian, die wir sehr empfehlen können. Diesmal hatten wir überhaupt kein Problem mit unserem Übergepäck – Alles wurde anstandslos mit genommen. Bei der Fahrradaufgabe mussten wir eine Stunde warten, da unsere Fahrräder nicht durch das Röntgengerät passten, das zweite Röntgengerät nach einem Rad den Geist aufgegeben hatte und wir auf den Ersatz“sniffer“ warten mussten. In der Zwischenzeit konnten wir die schwedischen Tramper beobachten, die fast alle den selben Fehler begingen – sie hatten Riesengasflaschen für ihren Gaskocher dabei. Diese Flaschen wurden sofort konfisziert. Manche der Rucksacktouristen hatten riesige Rucksäcke, was Peter zur Aussage verleitete: „So viel hat der Papa nicht einmal auf den Kashaprum 2 mitgenommen!“
Nach einem ruhigen Flug landeten wir um 12.15 Uhr in Kiruna, ein sehr kleiner Flughafen mit einem Förderband. Unsere Räder wurden als erstes entladen und auf das Förderband gelegt!
Am Mittwoch flogen wir um 10.35 Uhr von Stockholm nach Kiruna mit der Linie Norvegian, die wir sehr empfehlen können. Diesmal hatten wir überhaupt kein Problem mit unserem Übergepäck – Alles wurde anstandslos mit genommen. Bei der Fahrradaufgabe mussten wir eine Stunde warten, da unsere Fahrräder nicht durch das Röntgengerät passten, das zweite Röntgengerät nach einem Rad den Geist aufgegeben hatte und wir auf den Ersatz“sniffer“ warten mussten. In der Zwischenzeit konnten wir die schwedischen Tramper beobachten, die fast alle den selben Fehler begingen – sie hatten Riesengasflaschen für ihren Gaskocher dabei. Diese Flaschen wurden sofort konfisziert. Manche der Rucksacktouristen hatten riesige Rucksäcke, was Peter zur Aussage verleitete: „So viel hat der Papa nicht einmal auf den Kashaprum 2 mitgenommen!“
Nach einem ruhigen Flug landeten wir um 12.15 Uhr in Kiruna, ein sehr kleiner Flughafen mit einem Förderband. Unsere Räder wurden als erstes entladen und auf das Förderband gelegt!
Der Zusammenbau (Pedale aufschrauben, Luft pumpen, Peters Vordergepräckträger montieren, Radtaschen um- und einpacken) hatte dann doch bis 15 Uhr gedauert. Peter hatte sich als technisches Genie in unserem Team bewährt! Er schraubte und hämmerte, adjustierte und pumpte. Er musste zwar nach 100 Meter Fahrt noch einmal alles nachjustieren, aber dann fuhren wir problemlos die 6 Kilometer in die Stadt Kiruna.
Dort wurde im Supermarkt coop fleißig eingekauft. Bananen, Kaffee, Kakao, Schokolade, Brot, Aufstrich, Käse, Milch, Zahnbürste, und noch ein paar Desserts. Vor dem Supermarkt trafen wir auch den ersten – und bisher einzigen Reiseradler, einen Schweden,
der von Mitelschweden nach Finnlad seit 2. Juni unterwegs ist. An diesem Tag trafen wir ihn übrigens nochmals dreimal.
Danach ging es ins beste Burger-Restaurant der Stadt, zu Annis Grill. Die Burger wurden vor den Kunden gegrillt und es war wirklich sehr gut. In der Zwischenzeit konnten wir dort unsere technischen Geräte aufladen.
Dort wurde im Supermarkt coop fleißig eingekauft. Bananen, Kaffee, Kakao, Schokolade, Brot, Aufstrich, Käse, Milch, Zahnbürste, und noch ein paar Desserts. Vor dem Supermarkt trafen wir auch den ersten – und bisher einzigen Reiseradler, einen Schweden,
der von Mitelschweden nach Finnlad seit 2. Juni unterwegs ist. An diesem Tag trafen wir ihn übrigens nochmals dreimal.Danach ging es ins beste Burger-Restaurant der Stadt, zu Annis Grill. Die Burger wurden vor den Kunden gegrillt und es war wirklich sehr gut. In der Zwischenzeit konnten wir dort unsere technischen Geräte aufladen.
Die E10 ist eine wichtige Hauptstraße in Schweden. Der Verkehr ist wirklich ein Wahnsinn (jede Minute ein Auto!), auf der E45 waren wir oft zwanzig Minuten ganz allein bis wieder ein Campingbus uns überholt hat. 
Landschaftlich bekommt man in dieser Gegend sicherlich keinen Herzinfarkt. Es gibt sehr viele
Bäume,
Seen und Bächlein. Um es kurz zu sagen: Kennst du einen Kilometer, kennst du alle 80 Kilometer, die wir an diesem Tag gefahren sind.
In Vittangi wollten wir dann einen Tee trinken und eine Pizza essen. Nur leider hatte die Pizzeria schon bessere Zeiten gesehen! So fuhren wir ohne ein warmes Getränk zu einem entlegenen Campingplatz und bauten um 23 Uhr unsere Zelte auf.
Donnerstag
Am Donnerstag schliefen wir uns einmal aus und bis wir die Zelte wieder zusammengepackt und unsere Räder gesattelt hatten, war auch schon dreiviertel des Vormittags vorbeigewesen. Aber Zeit spielte auf unserer Tour nur eine untergeordnete Rolle. Zu Beginn der Tagestour besorgten wir uns noch Lebensmittel. Dann ging es mit einer ersten Steigung los (es sollte nicht die letzte sein)! Nach 1 ½ Stunden machten wir Rast an einem See.

Landschaftlich bekommt man in dieser Gegend sicherlich keinen Herzinfarkt. Es gibt sehr viele
Bäume,
Seen und Bächlein. Um es kurz zu sagen: Kennst du einen Kilometer, kennst du alle 80 Kilometer, die wir an diesem Tag gefahren sind.In Vittangi wollten wir dann einen Tee trinken und eine Pizza essen. Nur leider hatte die Pizzeria schon bessere Zeiten gesehen! So fuhren wir ohne ein warmes Getränk zu einem entlegenen Campingplatz und bauten um 23 Uhr unsere Zelte auf.
Donnerstag
Am Donnerstag schliefen wir uns einmal aus und bis wir die Zelte wieder zusammengepackt und unsere Räder gesattelt hatten, war auch schon dreiviertel des Vormittags vorbeigewesen. Aber Zeit spielte auf unserer Tour nur eine untergeordnete Rolle. Zu Beginn der Tagestour besorgten wir uns noch Lebensmittel. Dann ging es mit einer ersten Steigung los (es sollte nicht die letzte sein)! Nach 1 ½ Stunden machten wir Rast an einem See.
Auf unserer Fahrt hatten wir vor Övre / Soppero unseren ersten Elch mit wunderschönem Geweih gesehen. Er graste gleich neben der Straße. Autos hatten ihn überhaupt nicht gestört. Nur die drei Reiseradler, die in Schritttempo auf ihn zufuhren, hatten ihn verschreckt und er trabte kurz die Straße entlang und dann war er schnell in den Wald hinein verschwunden! 
In Övre gab es ein gutes Mittagessen im einzigen Restaurant des Ortes, das zur selben Zeit Jugendherberge, Kirche und Kiosk war. Peter hatte sich ein Schnitzel, Martin einen Hamburger und ich eine Pasta mit Rentiersugo bestellt. Alle drei Speisen waren köstlich. Ich glaube, wir hätten alles gegessen, wir waren von d
en ersten 54 
Kilometern dieses Tages sehr ausgelaugt, denn es ging fast nur bergauf. Wir brauchten fast 2 Stunden um uns zu erholen.

In Övre gab es ein gutes Mittagessen im einzigen Restaurant des Ortes, das zur selben Zeit Jugendherberge, Kirche und Kiosk war. Peter hatte sich ein Schnitzel, Martin einen Hamburger und ich eine Pasta mit Rentiersugo bestellt. Alle drei Speisen waren köstlich. Ich glaube, wir hätten alles gegessen, wir waren von d
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Kilometern dieses Tages sehr ausgelaugt, denn es ging fast nur bergauf. Wir brauchten fast 2 Stunden um uns zu erholen. Doch dann ging es durch eine schöne landschaftliche Kulisse weiter, die letzten 15 Kilometer ging es bergab, wir rasten mit 27 bis 30 km/h voll bepackt die E45 bis zu unserem Endziel des Tages Karesuando! Dort schlugen wir unsere Zelte auf, nahmen noch ein frugales Nachtmahl ein und gingen dann schlafen (es war wieder spät geworden: 23.30 Uhr).
Freitag
Am Freitag Vormittag konnten wir nur das Ende des Regenschauers abwarten. Der Besitzer des Campingplatzes hatte großes Mitleid mit uns und stellte uns eine Hütte zur Verfügung, in der wir uns einen Tee kochen konnten. Wir nahmen dieses Angebot sehr gerne an und wir hatten damit auch die Möglichkeit, trocken zu bleiben. Um 12 Uhr konnten wir dann endlich unsere Zelte abbauen und losfahren. Nach zehn Minuten waren wir in Finnland. Wir merkten sehr bald die Unterschiede: In Schweden wurde uns freundlich zugewunken, in Finnland wurde aggressiv gehupt. Die Sraßen sind aber generell in einem besseren Zustand und längere Abschnitte wurden gerade neu asphaltiert wie wir vorbeifuhren.
Olfaktorisch waren diese paar Minuten sehr unangenehm. Auch in Finnland trafen wir Rentiere, die sich aber nicht schreckten, sondern ganz cool unsere Fahrt beobachteten. Leider kamen wir knapp vor Enontekiö in ein Gewitter und verbrachten eine halbe Stunde in einem kleinen Bushäuschen. Wir nutzten die Zeit zur Kalorien und Flüssigkeitszufuhr. In Enontekiö
gingen wir wieder Essen und setzten unsere Reise nach einer Stunde wieder fort, da dieser Ort nichts interessantes zu bieten hatte. Nach weiteren 20 Kilometern entschieden wir aber, dass es für heute reicht. Wir übernachteten in einer Blockhütte, die sehr große Betten hatte.

gingen wir wieder Essen und setzten unsere Reise nach einer Stunde wieder fort, da dieser Ort nichts interessantes zu bieten hatte. Nach weiteren 20 Kilometern entschieden wir aber, dass es für heute reicht. Wir übernachteten in einer Blockhütte, die sehr große Betten hatte.
Samstag
Gut erholt und in kurzen Hosen starteten wir mit Rückenwind in den Tag. Mit 26 km/h und manchmal noch schneller fuhren wir Hügel rauf und wieder runter. Es machte richtig Spaß! Hinter uns braute sich ein Unwetter zusammen, doch wir waren schneller. Martin hatte 60 Kilometer die Geschwindigkeit vorgegeben.Wir waren ganz erstaunt, dass wir bereits nach drei Stunden den norwegischen Ort Kautokeino erreichten. Zuerst wurde eine Kirche besucht und dann bei Rema 1000 – günstige Supermarktkette in Norwegen – für die nächsten beiden Tage eingekauft. Nun bin ich stolzer Besitzer einer 5 Liter Flasche Wasser, die perfekt auf meinen vorderen Gepäckträger passt! Kautokeino hat leider einen sehr großen Nachteil: Es gibt nur ein Hotel mit angeschlossenen Restaurant, das unsere Reisekosten gesprengt hätte (Ein Menü kostete ab 17.50 Euro), und so aßen wir an der Tankstelle einen Burger und Pommes. Diese Mahlzeit ist nicht sehr gesund, aber wir hatten keine andere Wahl, Kalorien zuzuführen. Nach diesem Junkfood hatten wir genug Kraft und Energie die nächsten 50 Kilometer hinter uns zu bringen. Die Vegetation hatte sich seit Finnland kaum verändert.
Die Wälder bestanden hauptsächlich aus Birken. Doch dann mussten wir ins Hochland abbiegen. Die Bäume wurden kleiner, die Täler waren mit Flüßen durchzogen, in manchen Hochebenen gab es kleine Seen und Tümpel. Die Steigung der Straße nahm ebenfalls zu. Mancher Hügel wurde mit letzter Kraft und eisernem Willen bezwungen, denn wir wußten, danach gings wieder bergab! Wir konnten heute auf manchen Abfahrten Spitzengeschwindigkeiten von 58 km/h erzielen (mit vollbepackten Rad)! Diese Geschwindigkeit konnten wir zumeist auch gut brauchen, denn auf der anderen Seite der Abfahrt, wartete die nächste Steigung von 10-20%. In einer der Hochebenen lachte mich ein See so freundlich an, dass ich beschloß, einen kurzen Sprung ins Wasser zu wagen. D
as war auch ein Lebenstraum von mir, den ich mir verwirklichen wollte. Ich packte meine Helly-Hansen Badehose aus, die ich mir in Kiel gekauft habe, jedoch dort aufgrund der Kälte des Wassers nicht eingeweiht hatte, und schon war ich mit den Zehen im Wasser. Ich musste leider feststellen, dass dieser See genauso kalt war, wie die Ostsee in Kiel! Aber diesmal gab es kein Zurück mehr – vor allem weil bereits Peter einen Sprung ins kühle Nass gemacht hatte. Er saß bibernd am Ufer und sah meine Versuche mehrere Körperteile unter Wasser zu bringen amüsiert zu. In der Zwischenzeit hat auch martin seine Videokamera adjustiert gehabt, um dieses Ereignis zu dokumentieren. Nun musste ich also wirklich handeln und schaffte es wirklich 30 Sekunden zu schwimmen. Damit war ein Lebenstraum erfüllt und damit abgehakt. Beim Anziehen wurde ich dann noch von mindestens fünfzig Gelsen gestochen, aber diese kleinen Piekser sind eher ein mentales Problem. Norwegische Gelsen unterscheiden sich signifikant von den schwedischen und finnischen Exemplaren. 1. Können sie schneller fliegen. Um ihnen entkommen zu können muss man mindestens 15 km/h fahren. 2. Es gibt wesentlich mehr von ihnen. 3. Sie kommen sofort nachdem man mit dem Rad stehen bleibt. 4. Es gibt kein Entrinnen. Die anschließende Fahrt war eine wirkliche Wohltat. Ich fühlte mich fit und sehr aufmerksam. Ich genoß die Natur, das Unspektakuläre, die weite Ebene. Doch nach 120 Kilometern spührte ich, dass es mit meinen Kräften zu Ende geht. Ich hatte Krämpfe in der rechten Wade, das Schalten fiel mir wesentlich schwerer, und ich konnte keine Stadt sehen, da wir durch ein hügeliges, bewaldetes Gebiet fuhren und sich die Straße entweder die Hügel entlang schlängelte oder sie brutal in zwei Hälften teilte. Um ca. 22 Uhr war die Großtat des heutigen Tages verbracht: 136,6 km vom „flachen“ Finnland ins hügelige Norwegen. Wir freuten
uns auf die Zivilisation in Soussjavri, auf ein Bed and Breakfast, auf ein Hotel oder eine Jugendherberge. Doch leider kam es ganz anders. Soussjavri ist ein kleines Kaff aus wenigen Häusern und es gibt nur eine kleine Hütte, die an Touristen vermietet wird. Die Vermieterin war sehr nett, sie sponserte uns einen Gelsenstecker für die Nacht und einen Vandal-Spray für morgen früh. Leider gab es in dieser Hütte keine Dusche. Nun, so m üssen wir unsere Körperpflege auf den nächsten Ort vertagen. Glücklicher Weise konnten wir uns dann noch zwei Suppen machen, die wir brav auslöffelten.
Gut erholt und in kurzen Hosen starteten wir mit Rückenwind in den Tag. Mit 26 km/h und manchmal noch schneller fuhren wir Hügel rauf und wieder runter. Es machte richtig Spaß! Hinter uns braute sich ein Unwetter zusammen, doch wir waren schneller. Martin hatte 60 Kilometer die Geschwindigkeit vorgegeben.Wir waren ganz erstaunt, dass wir bereits nach drei Stunden den norwegischen Ort Kautokeino erreichten. Zuerst wurde eine Kirche besucht und dann bei Rema 1000 – günstige Supermarktkette in Norwegen – für die nächsten beiden Tage eingekauft. Nun bin ich stolzer Besitzer einer 5 Liter Flasche Wasser, die perfekt auf meinen vorderen Gepäckträger passt! Kautokeino hat leider einen sehr großen Nachteil: Es gibt nur ein Hotel mit angeschlossenen Restaurant, das unsere Reisekosten gesprengt hätte (Ein Menü kostete ab 17.50 Euro), und so aßen wir an der Tankstelle einen Burger und Pommes. Diese Mahlzeit ist nicht sehr gesund, aber wir hatten keine andere Wahl, Kalorien zuzuführen. Nach diesem Junkfood hatten wir genug Kraft und Energie die nächsten 50 Kilometer hinter uns zu bringen. Die Vegetation hatte sich seit Finnland kaum verändert.
Die Wälder bestanden hauptsächlich aus Birken. Doch dann mussten wir ins Hochland abbiegen. Die Bäume wurden kleiner, die Täler waren mit Flüßen durchzogen, in manchen Hochebenen gab es kleine Seen und Tümpel. Die Steigung der Straße nahm ebenfalls zu. Mancher Hügel wurde mit letzter Kraft und eisernem Willen bezwungen, denn wir wußten, danach gings wieder bergab! Wir konnten heute auf manchen Abfahrten Spitzengeschwindigkeiten von 58 km/h erzielen (mit vollbepackten Rad)! Diese Geschwindigkeit konnten wir zumeist auch gut brauchen, denn auf der anderen Seite der Abfahrt, wartete die nächste Steigung von 10-20%. In einer der Hochebenen lachte mich ein See so freundlich an, dass ich beschloß, einen kurzen Sprung ins Wasser zu wagen. D
as war auch ein Lebenstraum von mir, den ich mir verwirklichen wollte. Ich packte meine Helly-Hansen Badehose aus, die ich mir in Kiel gekauft habe, jedoch dort aufgrund der Kälte des Wassers nicht eingeweiht hatte, und schon war ich mit den Zehen im Wasser. Ich musste leider feststellen, dass dieser See genauso kalt war, wie die Ostsee in Kiel! Aber diesmal gab es kein Zurück mehr – vor allem weil bereits Peter einen Sprung ins kühle Nass gemacht hatte. Er saß bibernd am Ufer und sah meine Versuche mehrere Körperteile unter Wasser zu bringen amüsiert zu. In der Zwischenzeit hat auch martin seine Videokamera adjustiert gehabt, um dieses Ereignis zu dokumentieren. Nun musste ich also wirklich handeln und schaffte es wirklich 30 Sekunden zu schwimmen. Damit war ein Lebenstraum erfüllt und damit abgehakt. Beim Anziehen wurde ich dann noch von mindestens fünfzig Gelsen gestochen, aber diese kleinen Piekser sind eher ein mentales Problem. Norwegische Gelsen unterscheiden sich signifikant von den schwedischen und finnischen Exemplaren. 1. Können sie schneller fliegen. Um ihnen entkommen zu können muss man mindestens 15 km/h fahren. 2. Es gibt wesentlich mehr von ihnen. 3. Sie kommen sofort nachdem man mit dem Rad stehen bleibt. 4. Es gibt kein Entrinnen. Die anschließende Fahrt war eine wirkliche Wohltat. Ich fühlte mich fit und sehr aufmerksam. Ich genoß die Natur, das Unspektakuläre, die weite Ebene. Doch nach 120 Kilometern spührte ich, dass es mit meinen Kräften zu Ende geht. Ich hatte Krämpfe in der rechten Wade, das Schalten fiel mir wesentlich schwerer, und ich konnte keine Stadt sehen, da wir durch ein hügeliges, bewaldetes Gebiet fuhren und sich die Straße entweder die Hügel entlang schlängelte oder sie brutal in zwei Hälften teilte. Um ca. 22 Uhr war die Großtat des heutigen Tages verbracht: 136,6 km vom „flachen“ Finnland ins hügelige Norwegen. Wir freuten
uns auf die Zivilisation in Soussjavri, auf ein Bed and Breakfast, auf ein Hotel oder eine Jugendherberge. Doch leider kam es ganz anders. Soussjavri ist ein kleines Kaff aus wenigen Häusern und es gibt nur eine kleine Hütte, die an Touristen vermietet wird. Die Vermieterin war sehr nett, sie sponserte uns einen Gelsenstecker für die Nacht und einen Vandal-Spray für morgen früh. Leider gab es in dieser Hütte keine Dusche. Nun, so m üssen wir unsere Körperpflege auf den nächsten Ort vertagen. Glücklicher Weise konnten wir uns dann noch zwei Suppen machen, die wir brav auslöffelten.



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