Zum ersten Mal schreibe ich nun einen Blogeintrag ueber meinen Blackberry, der mit auf die Transalp kommt. Noch ist das Schreiben auf der kleinen Tastatur etwas muehsam. Denn das zwei Daumensystem bin ich noch nicht gewohnt. Aber keine Sorge - in ein paar Wochen sind auch diese Bewegungen antrainiert!
Das folgende Foto stammt von einer kleinen Radtour entlang der grossen Tulln.
Samstag, 3. Juli 2010
Sonntag, 6. Juni 2010
Großglockner per Rad
Nach Wochen des Regens und Gatsches kündigten die Meterologen für dieses erste Wochenende im Juni schönes Wetter an. Der Wienerwald war durchtränkt, der Schlamm hatte eine Tiefe erreicht, die zum Mountainbiken nicht mehr geeignet war. Bzw. hieß es nach jeder Tour: Putzen, putzen, putzen. So kam ich auf die Idee, eine kleine Straßentour mit dem Mountainbike zu fahren. Ich hatte Martin erzählt, dass ich von Liezen nach Salzburg und dann weiter nach Zell am See fahren würde. Er war sofort dabei und als ich auch noch eine Variante „über den Großglockner“ erwähnte, stieß auch Peter wieder dazu.
In einer geheimsten Geheimaktion planten wir die Etappen, denn sonst würde sich im Vorfeld Kathrine zu viele Sorgen machen. Peter und Martin studierten die Karten genau und hielten mein Vorhaben, zuerst von Liezen nach Bruck und am nächsten Tag über den Großglockner zu fahren bis nach Lienz für realistisch. Wir wollten auch Thomas mitnehmen, denn er sollte sein neues super tolles Cube-Mountainbike einmal richtig austesten. Aber leider hatte er keine Zeit und Rückenschmerzen.In Liezen mussten wir einmal unsere Räder auf Vordermann bringen und waren erstaunt, wieviel ein jeder eingepackt hat. Peter, unser Minimalist, hatte nur einen Rucksack mit dem aller notwendigsten. Martin hatte zwei Taschen und einen Rucksack und ich einen Rucksack, meinen Netbook und eine Tasche mit den wichtigsten Utensilien (Fahrradschläuche, Pumpen, Erste Hilfe Set, etc.) mit.
Nach einer halben Stunde ging es los. Martin hatte nach ca. 450 Metern Probleme mit seinen Radschuhen, aber solche Anfangsschwierigkeiten, brachten uns schon lange nicht aus der Ruhe. Ich fotografierte in der Zwischenzeit Wiesen, Blumen, Hügel und Berge.
Wir fuhren den Ennstalradweg entlang. Manchmal nimmt dieser einen Umweg über kleine Dörfer und baut ein paar extra Höhenmeter ein. Aber eigentlich ein Klacks. Nur einmal endet er in einem frisch gemähten Feld, das wir queren mussten. Es roch frisch und nach Natur pur!
In Schladming wurden Kalorien bei einer Grillhendel-station getankt, dann ging es weiter. Peter hatte in der Zwischenzeit herausgefunden, dass es eine kleine Abkürzung nach St. Johann im Pongau gibt. Eine kleine Steigung, nix wirklich schlimmes. Wir waren die ersten 60 Kilometer das leichte Bergauffahren und den Gegenwind schon gewohnt.
Und dann kam die Abfahrt! Wir konnten uns an einem wilden Bächlein, das neben uns den Hang hinunterschoss delektieren. Kurve um Kurve zogen wir ins Tal und schonten unsere Bremsen für den nächsten Tag.
In St. Johann war Endstation an diesem Tag in einer kleinen Pension einer Ex-Langläuferin, die uns freudig begrüßte. Wir durften unsere etwas schmutzigen Räder in ihrer Garage verstauen.
Nach dem Frühstück spendierte ich Martin einen Helm, da er seinen zuhause vergessen hatte, und ich ihm drohte, dass ich ohne Helm ihn nicht auf den Großglockner mitnehmen würde. Hier muss man natürlich gleich einschränkend sagen, dass Martin ein besserer Radfahrer ist als ich, aber ich für dieses Wochenende die „Fürsogepflicht“ für die beiden Burschen übernommen habe. Martin nahm das Angebot dankend an und ich war darüber froh, als ich nach der ersten Kehre nur mehr die Abfahrtsbewegung von Martin erahnen konnte.
Von St. Johann zur Mautstelle sind es schon ein paar Kilometer (ca. 30). Und es geht von Fusch weg schon ordentlich zur Sache. Gottseidank gibt es kurz vor der Mautstation noch einen Brunnen, um meine Flaschen aufzufüllen. Bis dahin habe ich aufgrund des warmen Wetters schon geschwitzt wie ein Schwein. Eine kurze Abkühlung, zwei, drei Fotos, eine kurze Unterhaltung mit deutschen Touristen aus Thüringen und schon ging es weiter.
Bei der Mautstelle leistete ich mir mehrere Gummibärli und Cola als weiteren Proviant. Peter coachte mich nochmals: Bis zur ersten Kehre ist es ein ziemlicher Anstieg, danach geht es eher flach dahin (Peter hatte diese Begriffe aus Norwegen übernommen („a kind of flat“ bedeutet so viel wie 10% Steigung ohne Aussicht auf Abfahrt)) und bis zum Törl ist es dann auch nicht mehr weit. Wir vereinbarten, dass wir oben aufeinander warten würden.
Bei der Mautstelle leistete ich mir mehrere Gummibärli und Cola als weiteren Proviant. Peter coachte mich nochmals: Bis zur ersten Kehre ist es ein ziemlicher Anstieg, danach geht es eher flach dahin (Peter hatte diese Begriffe aus Norwegen übernommen („a kind of flat“ bedeutet so viel wie 10% Steigung ohne Aussicht auf Abfahrt)) und bis zum Törl ist es dann auch nicht mehr weit. Wir vereinbarten, dass wir oben aufeinander warten würden.
Martin zog langsam an, Peter folgte ihm dicht auf den Fersen. Ich sagte nach 50 Meter, dass sie keine Rücksicht auf mich nehmen bräuchten, denn ich wolle viele Fotos schießen. Zwei deutsche Rennradler mit supertollen Rädern und noch tolleren Radtrikots und –hosen überholten mich übermütig und fragten mich, ob sie mir nicht ein bisschen Gepäck abnehmen sollten. Ich bedankte mich für dieses Hilfsangebot, nahm es nicht an und traf sie bei der Hütte unterhalb des Törls vollkommen fertig auf den Heurigenbänken liegen. Sie waren ca. zehn Minuten schneller als ich gewesen. Als ich sie fragte, ob sie noch weiter fahren würden, verneinten sie. Sämtliche Muskeln meines Körpers und Nervenzellen meines Gehirns jubelten. Wer zuletzt lacht, lacht am besten gilt auch am Großglockner!So als ob ich keine 1000e Höhenmeter in den Beinen hätte schwebte ich mit ca. 4.7 km/h dem Törl zu. Peter und Martin winkten anerkennend.
Oben trafen wir zwei Radler, die am nächsten Tag den Wettbewerb „Großglocknerkönig 2010“ mitfahren wollten und noch eine genaue Streckeninspektion mit ihren Auto machten. Wir gaben professionelle Tipps und fuhren dann Richtung Hochtor weiter.Dort zogen wir uns unsere Jogginghosen an und bereiteten uns auf die Abfahrt vor. Codename: „Bremsen schonen“. Nach zwei Hundert Meter spritze das Schmelzwasser abkühlend in mein Gesicht. Die Bremsen quietschten einige Zeit, dann roch es verdächtig nach Verbrannten.
Ich hatte mich leider nicht so sehr an unsere Abmachung gehalten und musste deshalb zweimal zum Bremsen kühlen stehen bleiben und das wunderbare Panorama fotografieren.
Kurz vor Heiligenblut gibt es noch eine kleine Steigung zu bewältigen und dann eine finale Abfahrt. Hatte es sich doch ein Autofahrer erlaubt uns an der höchsten Spitze zu überholen! Was für eine Frechheit. Peter nahm sofort die Verfolgung auf und schüchterte den Autofahrer aufgrund seines gelben Helmes so ein, dass dieser ihn vorbei ließ. Ein BMW wurde von ihm danach auch noch „geschnupft“. Ich war ganz stolz auf meinen tollen Abfahrer. Martin kam ebenfalls nicht sehr spät ins Ziel. Nur ich brauchte ein bisserl länger. Da ich ja die ganze Tour mittels meines Fahrradcomputers dokumentiere war dies auch als Beruhigung für Kathrine gedacht. Meine persönliche Höchstgeschwindigkeit habe ich schon am Vortag abgeliefert.
Kurze Statistik dieses Tages: Über 4000 Kalorien verbraucht, 2100 Höhenmeter bewältigt und rund 86 Kilometer gefahren.
Wir stiegen im noblen Vier-Sterne Hotel „Post“ ab. Es wird derzeit von sehr deutsch sprechendem Personal geführt. Und wir mussten ganz einfach ein Paparazzi-Foto vom Lederhosen tragenden Kellner machen. Der Kontrast zwischen Sprache und Dienstkleidung war einfach zu groß.
Das Frühstück war phänomenal gut. Frische Früchte, Spiegeleier, weiche Eier, knusprige Semmeln! Alles was das Herz begehrt! Die Fahrt nach Lienz war dann nur mehr ein leichtes Ausrollen mit einem kleinen Hügerl (200 Höhenmeter) drinnen.
Sonntag, 23. Mai 2010
Das Training schreitet voran
Die Wochen vergehen wie im Flug. Die ersten fünf Wochen des Trainings habe ich mich ganz brav an den Trainingsplan in der Mountainbike-Zeitschrift gehalten. Ein Wochenende dazu benutzt von Wien nach Mariazell und am nächsten Tag weiter bis nach Liezen zu fahren. Dann hat mich eine Grippe für eineinhalb Wochen zurückgeworfen und zu guter letzt auch noch der unsägliche Regen.
Aber nun gehts wieder an! Ein paar Tage Grundlagentraining, ein "kleiner" Ausflug nach Bratislava und zurück und ein weiterer Tag Grundlagentraining (2 Stunden) lassen mich nun wieder frohen Mutes sein, die Transalp wirklich zu schaffen.
In der Zwischenzeit habe ich auch mein Rad geputzt!
Und mit Thomas und Peter habe ich vereinbart, dass wir in St. Anton starten und über das Stilfser Joch Richtung Gardasee fahren. Die Bilder in den einschlägigen Zeitschriften und Büchern haben uns überzeugt. Den Text dazu werden wir erst später lesen. Und Thomas muss sich übrigens erst ein Mountainbike kaufen. Ich hoffe nur, dass er das Radfahren noch nicht verlernt hat. Aber eine Alpenüberquerung mit Stützrädern wäre auch einmal was neues.
Aber nun gehts wieder an! Ein paar Tage Grundlagentraining, ein "kleiner" Ausflug nach Bratislava und zurück und ein weiterer Tag Grundlagentraining (2 Stunden) lassen mich nun wieder frohen Mutes sein, die Transalp wirklich zu schaffen.
In der Zwischenzeit habe ich auch mein Rad geputzt!
Und mit Thomas und Peter habe ich vereinbart, dass wir in St. Anton starten und über das Stilfser Joch Richtung Gardasee fahren. Die Bilder in den einschlägigen Zeitschriften und Büchern haben uns überzeugt. Den Text dazu werden wir erst später lesen. Und Thomas muss sich übrigens erst ein Mountainbike kaufen. Ich hoffe nur, dass er das Radfahren noch nicht verlernt hat. Aber eine Alpenüberquerung mit Stützrädern wäre auch einmal was neues.
Montag, 5. April 2010
Training, Training, Training
Jetzt beginnt es wirklich ernst zu werden! 16 Wochen sind es noch bis die Transalp per Mountainbike los geht. Der Trainingsplan steht auch schon ziemlich fest und ich bin frohen Mutes. Die erste Woche begann mit einem kleinem Rennradtraining auf den Kahlenberg am Montag. Mittwoch simulierte ich bei höchstens 8 Grad, Wind, Regen und Gatsch auf dem Donauradweg von Wien nach Höflein und wieder zurück die Hochebene vor Alta, die ich letzten Sommer mit Peter und Martin gefahren bin. Dieselbe Strecke absolvierte ich am Donnerstag bei Schönwetter. Freitag war nur ein kleiner Ausflug ins Büro angesagt. Dafür lief ich am Samstag auf den Wilhelminenberg, drehte dort eine große Runde durch die Steinhof-Gründe und dann wieder zurück zur U3-Station Ottakring in 50 Minuten. Sonntag absolvierte ich eine kleine Mountainbike-Tour zur Jubiläumswarte.
Sonntag, 18. Oktober 2009
Vorbereitungen für die Transalp
Nach 3.400 Kilometer in diesem Sommer beginne ich nun bereits mit den Vorbereitungen für nächstes Jahr. Im Sommer 2010 geht es über die Alpen! Zuerst zu Fuß und danach mit dem Fahrrad (entweder mit dem Mountainbike oder mit einem Rennrad). Die genaue Route steht noch nicht fest, da es mehrere Varianten gibt. Eine sehr schöne Route ist der Fernwanderweg e5 und die Mountainbike-Strecke von Salzburg bis Venedig.
Für die Überquerung mit dem Fahrrad bin ich technisch schon sehr gut ausgerüstet. Auch per pedes geht es mit dem Equipment schön langsam voran. Schuhe, Biwaksack, Rucksack und Wanderhose sind schon eingekauft. Jetzt fehlt nur mehr die geeignete Jacke.
Mittwoch, 26. August 2009
Neue Route
Dienstag, 25. August
Es war nun doch eine ganz andere Route als die vorgeschlagenen geworden. Wir fuhren mit dem IC um 11.44 Uhr von Wien nach Salzburg und starteten dort unsere Salz- und Seentour. An diesem Tag sollte es wieder von den Temperaturen Spitzenwerte erreichen. Bei 30 Grad folgten wir einer aufgelassenen Bahntrasse nach Seekirchen. Diese führte zuerst einen Hügel hinauf vorbei an Feldern und sattgrünen Wiesen. Die Bauern ernteten gerade das Heu. Ganz anders als in Niederösterreich und der Steiermark verwendeten diese noch alte Maschinen. In der Steiermark werden z.B. schon Heuballen mit Plastik überzogen, hier in Salzburg wird das Heu noch konventionell gelagert und getrocknet. Knapp vor Seekirchen bekam ich ein neues Schweißband für meinen Helm. Dieses hatte ich mir auf meiner Norwegentour in Rena herausgerissen, weil mir davor schon so grauste. Es war ständig nass und unansehnlich geworden. In Seekirchen war es nicht so leicht, ein Quartier zu finden. Manche Gasthöfe hatten Ruhetag, einer war voll belegt. Ein kleines Privatquartier am Anfang von Seekirchen nahm uns freundlich auf. Wir stellten nur schnell unsere Taschen ins Zimmer und dann gings los zum Wallersee. Das Strandbad war wunderbar gelegen. Enten stolzierten über die Liegewiese und suchten die Badetücher nach Essbaren ab. Das Wasser war schön warm und ich wollte gar nicht mehr ins Trockene. Meine Uhr piepste ständig. Ich hatte mir am Montag eine Suunto mit Wettervorhersage gekauft und sie meldete mir einen Wetterumschwung. Ich dachte an eine Fehlfunktion und es wurde mir gedroht, dass die Uhr, wenn sie in der Nacht auch so oft piepsen würde, am nächsten Tag eine Uhr gewesen sei. Doch in der Nacht gewitterte es ordentlich! Blitz, Donner, Regenschauer. Schnell holte ich die Handtücher vom Balkon.
Mittwoch, 26. August
Am Morgen war die Straße wieder trocken und die Sonne strahlte freundlich. Unsere Vermieterin kredenzte uns einen wirklich guten Kaffee und ihr Ehemann erzählte uns von den Umbauarbeiten am Salzburger Bahnhof. Er erklärte uns auch genau den Weg nach Obertrum. Der Weg dorthin war wunderschön. Ich glaubte, durch ein Prospekt der Salzburger Fremdenverkehrswerbung zu fahren. Idyllische Bauernhöfe, zufriedene Kühe, die auf der Wiese grasten.
Es war nun doch eine ganz andere Route als die vorgeschlagenen geworden. Wir fuhren mit dem IC um 11.44 Uhr von Wien nach Salzburg und starteten dort unsere Salz- und Seentour. An diesem Tag sollte es wieder von den Temperaturen Spitzenwerte erreichen. Bei 30 Grad folgten wir einer aufgelassenen Bahntrasse nach Seekirchen. Diese führte zuerst einen Hügel hinauf vorbei an Feldern und sattgrünen Wiesen. Die Bauern ernteten gerade das Heu. Ganz anders als in Niederösterreich und der Steiermark verwendeten diese noch alte Maschinen. In der Steiermark werden z.B. schon Heuballen mit Plastik überzogen, hier in Salzburg wird das Heu noch konventionell gelagert und getrocknet. Knapp vor Seekirchen bekam ich ein neues Schweißband für meinen Helm. Dieses hatte ich mir auf meiner Norwegentour in Rena herausgerissen, weil mir davor schon so grauste. Es war ständig nass und unansehnlich geworden. In Seekirchen war es nicht so leicht, ein Quartier zu finden. Manche Gasthöfe hatten Ruhetag, einer war voll belegt. Ein kleines Privatquartier am Anfang von Seekirchen nahm uns freundlich auf. Wir stellten nur schnell unsere Taschen ins Zimmer und dann gings los zum Wallersee. Das Strandbad war wunderbar gelegen. Enten stolzierten über die Liegewiese und suchten die Badetücher nach Essbaren ab. Das Wasser war schön warm und ich wollte gar nicht mehr ins Trockene. Meine Uhr piepste ständig. Ich hatte mir am Montag eine Suunto mit Wettervorhersage gekauft und sie meldete mir einen Wetterumschwung. Ich dachte an eine Fehlfunktion und es wurde mir gedroht, dass die Uhr, wenn sie in der Nacht auch so oft piepsen würde, am nächsten Tag eine Uhr gewesen sei. Doch in der Nacht gewitterte es ordentlich! Blitz, Donner, Regenschauer. Schnell holte ich die Handtücher vom Balkon.
Mittwoch, 26. August
Am Morgen war die Straße wieder trocken und die Sonne strahlte freundlich. Unsere Vermieterin kredenzte uns einen wirklich guten Kaffee und ihr Ehemann erzählte uns von den Umbauarbeiten am Salzburger Bahnhof. Er erklärte uns auch genau den Weg nach Obertrum. Der Weg dorthin war wunderschön. Ich glaubte, durch ein Prospekt der Salzburger Fremdenverkehrswerbung zu fahren. Idyllische Bauernhöfe, zufriedene Kühe, die auf der Wiese grasten.
Von Berlin nach Wien
Donnerstag, 20. August
Air Berlin brachte uns zurück nach Wien. Ich fuhr mit dem Fahrrad von Schwechat nach Wien und freute mich, dass ich wieder einmal auf meinem Drahtesel saß und meine eigene Geschwindigkeit fahren konnte. Mit weit über 25 km/h brauste ich die B9 und die B10 entlang. Als ich zuhause ankam, war ich kaum verschwitzt! Noch am selben Abend wurde meine gesamte Wäsche in die Waschmaschine gesteckt, da sie doch nach den Anstrengungen der letzten 5 Wochen roch.
Freitag, 21. August
Herry Onkel war leider am Montag nach längerer Krankheit und Aufenthalt im Pflegeheim gestorben. An diesem Freitag fand das Begräbnis in Gloggnitz statt. Wir waren alle sehr traurig. Ich kann mich noch gut erinnern, als mir Herry Onkel, als ich noch ein Kind war, mit seinem Schallplattenspieler „Ja, wir sind mit dem Radl da!“ vorgespielt hatte.
Samstag, 22. August
Ein Tag in Wien, der sehr schnell verging. Ich war in der Nacht mit den Vorbereitungen für die Weiterreise beschäftigt. Insbesonders gab es nun mehrere Alternativen der Streckenführung. 1. Der Eurovelo 9 führt von Wien nach Triest und ist 450 km lang. 2. Der Eurovelo 7 führt von Salzburg nach Sizilien. 3. Der Eurovelo 6 führt von Wien entweder ans Schwarze Meer oder an den Atlantik. Die erste Alternative hatte den Vorteil, dass sie bis 1. September locker zu schaffen wäre. Für die gesamte Strecke der zweiten Alternative fehlt mir die Zeit, und die dritte Alternative habe ich bereits Martin zugesagt (bis Istanbul) und in die andere Richtung meiner Frau.
Air Berlin brachte uns zurück nach Wien. Ich fuhr mit dem Fahrrad von Schwechat nach Wien und freute mich, dass ich wieder einmal auf meinem Drahtesel saß und meine eigene Geschwindigkeit fahren konnte. Mit weit über 25 km/h brauste ich die B9 und die B10 entlang. Als ich zuhause ankam, war ich kaum verschwitzt! Noch am selben Abend wurde meine gesamte Wäsche in die Waschmaschine gesteckt, da sie doch nach den Anstrengungen der letzten 5 Wochen roch.
Freitag, 21. August
Herry Onkel war leider am Montag nach längerer Krankheit und Aufenthalt im Pflegeheim gestorben. An diesem Freitag fand das Begräbnis in Gloggnitz statt. Wir waren alle sehr traurig. Ich kann mich noch gut erinnern, als mir Herry Onkel, als ich noch ein Kind war, mit seinem Schallplattenspieler „Ja, wir sind mit dem Radl da!“ vorgespielt hatte.
Samstag, 22. August
Ein Tag in Wien, der sehr schnell verging. Ich war in der Nacht mit den Vorbereitungen für die Weiterreise beschäftigt. Insbesonders gab es nun mehrere Alternativen der Streckenführung. 1. Der Eurovelo 9 führt von Wien nach Triest und ist 450 km lang. 2. Der Eurovelo 7 führt von Salzburg nach Sizilien. 3. Der Eurovelo 6 führt von Wien entweder ans Schwarze Meer oder an den Atlantik. Die erste Alternative hatte den Vorteil, dass sie bis 1. September locker zu schaffen wäre. Für die gesamte Strecke der zweiten Alternative fehlt mir die Zeit, und die dritte Alternative habe ich bereits Martin zugesagt (bis Istanbul) und in die andere Richtung meiner Frau.
Sonntag, 23. August 2009
Oslo und Berlin
Donnerstag, 13. August
An diesem Tag machten wir Oslo u
nsicher. Wir ließen unsere Räder im Hinterhof des Hotels stehen und trotteten zu Fuß durch die Stadt. Der Stadtteil rund um den Zentralbahnhof war durch moderne Gebäude und Glaspaläste geprägt.
An einer Straßenkreuzung wurde gerade ein Film gedreht und auch die Passanten wurden für fünf Minuten angehalten, stillzustehen. Wir konnten nicht eruieren, um was es wirklich in diesem Film gehen sollte, aber aufgrund der Menschenraube rund um den Set, konnten wir schließen, dass berühmte norwegische Schauspieler daran mitwirkten. Am Hafen wurden im Rahmen des Jazzfestivals einige musikalische Auftritte geprobt. Im Hintergrund schaukelten die leeren Ausflugsboote und majestätisch ankerte ein Kreuzfahrtschiff am letzten Pier.
Der Hafen gehört architektonisch nicht zu den Glanzstücken von Oslo. Das Rathaus ist unverwechselbar häßlich, ebenso das Gebäude der Handelsbanken daneben. 
Ganz anders verhält es sich mit dem Königspalast, der schön renoviert den Besucher der nicht weit entfernten Einkaufsstraße grüßt.
Mit der Straßenbahn fuhren wir am Nachmittag zum Vigeland-Park. Der Bildhauer Vigeland schuf hier eine sehr interessante, expressionistische Parklandschaft mit
vielen Skulpturen, Brunnen und e
inem Obelisken.
Die Betrachter und –innen nahmen oftmals die Posen der Abgebildeten an und ließen sich fotografieren.
Eine Gruppe von Asiatinnen stach mit ihren bunten Gewändern aus der Masse der Touristen heraus. Es war sehr hübsch anzusehen, wie köstlich sie sich amüsierten. Zur Stärkung nahmen wir noch einen Capuccino zu uns und fuhren wieder zurück zum Hotel. Nach einem kleinen Nachmittagsschläfchen besuchten Martin und ich noch das Intellektuellenviertel.
Freitag, 14. August
Der Tag begann für mich sehr früh. Um 6.30 Uhr läutete der Wecker und ich benötigte bis 7 Uhr, um alle Kabel unsereres 6-fach-Steckers zu entwirren und einzeln einzupacken. Langsam sortierte ich meine Wäsche und meine Postkarten. Die Burschen schliefen noch als ich zum Frühstück ging. Um 8 Uhr verabschiedete ich mich von ihnen. Denn ich musste rechtzeitig beim Flughafen sein. Das Einchecken von Rädern und Gepäck kann manchmal recht langwierig sein, wie wir dies in Stockholm erlebt haben. Aber diesmal ging alles wirklich ruckizucki. Kurz vor 15 Uhr befand ich mich bereits am Flughafen in Berlin. Das Rad war bereits wieder vollbepackt. Die Wiedersehensfreude mit meiner Frau war sehr groß, schließlich hatten wir uns jetzt über 5 Wochen nicht gesehen. Sie hatte uns ein schönes Hotelzimmer reserviert. Sie fuhr mit dem Bus, ich mit dem Rad. Wir trafen uns wieder bei einer U-Bahnstation und ließen uns recht gemütlich von der Berliner U-Bahn bis knapp vor die Hoteltüre bringen. Am Abend gingen wir noch ins KaDeWe und ich kaufte mir einen guten Rasierer.
Samstag, 15. August
Zum Frühstück erschien ich bereits sehr kultiviert, glatt rasiert und mit frischem T-Shirt. Schön langsam realisierte ich, wie einfach ich die letzten paar Wochen gereist bin. Das Frühstücksbuffet bestand aus guten Wurst- und Käsesorten, Müsli, Joghurt, Marmelade, frischem Gebäck. Ich konnte so viel essen, wie ich wollte. Ich hatte nämlich den ehelichen Auftrag erhalten, meine Fettreserven zumindest auf ein erträgliches Maß wieder aufzufüllen. Man konnte nämlich derzeit jede einzelne Rippe, jeden nur vorhandenen Knochen leicht erspüren. Durchtrainierte Muskeln hatten die Fettpölsterchen ersetzt.
Nach dem Frühstück suchten wir einen Fahrradverleih in der Motzstraße auf, da wir gemeinsam am Fahrrad meinen 3.000sten Kilometer abfahren wollten.
Tatsächlich benötigten wir dazu nur 700 Meter, dann war es soweit. Direkt vor der U-Bahn-Station Nollendorfplatz wurde dieser Kilometer vollendet und per Foto festgehalten. An diesem Tag machten wir noch eine kleine Fotosafari durch die Stadt (Schloss Charlottenburg,
Siegessäule,
Bauhaus-Museum, Alexanderplatz).
Sonntag, 16. August
Der Wannsee wird in sehr vielen deutschen Schlagern besungen und wir wollten diesen romantischen See auch einmal besuchen. Weil Berlin sehr flach ist, können Sportlerinnen im Aufbautraining 20 bis 30 Kilometerdistanzen mit 14km/h spielend bewältigen. Das Ufer des Wannsees entpuppte sich als reichlich bevölkert und im Wasser musste man aufpassen, nicht überschwommen oder gar überfahren zu werden. Die Schiffsdichte entsprach einer mittleren Autobahn!
Wie wir später feststellen mussten, hatten wir an der engsten Stelle des Sees gebadet und der eigentliche Wannsee befand sich ca. 9 km entfernt.
Montag, 17. August
Ein typischer Shoppingtag. Ausbeute: 1 lange Hose, 1 kurze Hose, Bücher (Sloterdijk, Eschbach, Gombrich, Plath, Bourdieu), CDs.
Dienstag, 18. August
Wir erkundeten den Stadtteil Prenzlauerberg und probierten eine klassische Currywurst bei Konnopke.
Die Stadt hatte sich seit unserem letzten Aufenthalt vor drei Jahren kaum verändert. Der Palast der Republik wurde abgerissen und nun bevölkerten junge Menschen die brachliegende Fläche, um die Sonnenstrahlen zu genießen. Man kann nur hoffen, dass die Stadt Berlin weiterhin an ihrer Schuldenlast laboriert und sich keinen Neubau für diese Fläche leisten kann, denn es ist wirklich ein sehr netter Fleck zum Verweilen. Die Bevölkerung von Berlin war sehr freundlich zu uns Österreichern gewesen. Die „Berliner Schnauze“ hatten wir nicht erlebt. Zur selben Zeit fand auch die Leichtathletik-WM in Berlin statt. Vor dem Brandenburger Tor hatten die Veranstalter die Siegestribüne für die Outdoor-Bewerbe, z.B. der sportlichen Geherinnen, aufgebaut. Aus gegebenem Anlass hatte ich mich jeden Abend mit einem isotonischen Getränk (Bier) gedopt. Ich war den hohen Alkoholanteil im Bier nicht mehr gewohnt.
Obwohl ich das Schöfferhofen-Weizen, das laut Werbung „so schön im Bauchnabel prickelt“, am ersten Abend ausprobierte und meinte, dass es ein Leichtbier wäre, musste ich beim Nachhauseweg nach einem Krügerl leicht gestützt werden, um den geraden Nachhauseweg nicht mit Kurven zu versehen. Ich schlief dann relativ rasch ein.
Mittwoch, 19. August
Wer hätte das gedacht: Um zum Müggelsee zu kommen, benötigt man eine Fähre!
Alle 20 Minuten schippert ein Süßwasserkapitän über die Spree und bringt Passanten ans gegenüberliegende Ufer. Die Überfahrt dauert drei Minuten. Leider gibt es an Bord keine Verpflegung, aber wir hielten durch bis zur nächsten Currywurstbude. Dort probierte ich auch zum ersten Mal eine Berliner Weisse mit Waldmeister. Ein grünes Bier!
Es schmeckte, so wie es aussah: künstlich und grauslich! Der weitere Radweg war wunderschön durch den Wald angelegt mit kleinen Möglichkeiten, ans Ufer des Sees zu kommen.
Ein kleiner Abstecher in die Altstadt von Köpenick und ein guter Kaffee gaben uns Kraft für die nächsten Kilometer.
Am späteren Nachmittag machten wir von einer Badegelegenheit in einer schmalen Bucht Gebrauch und blieben bis am Abend.
Dann ging es am Nordufer über Kleinvenedig zurück zur S-Bahn Richtung Stadtmitte.
An diesem Tag machten wir Oslo u
nsicher. Wir ließen unsere Räder im Hinterhof des Hotels stehen und trotteten zu Fuß durch die Stadt. Der Stadtteil rund um den Zentralbahnhof war durch moderne Gebäude und Glaspaläste geprägt.
An einer Straßenkreuzung wurde gerade ein Film gedreht und auch die Passanten wurden für fünf Minuten angehalten, stillzustehen. Wir konnten nicht eruieren, um was es wirklich in diesem Film gehen sollte, aber aufgrund der Menschenraube rund um den Set, konnten wir schließen, dass berühmte norwegische Schauspieler daran mitwirkten. Am Hafen wurden im Rahmen des Jazzfestivals einige musikalische Auftritte geprobt. Im Hintergrund schaukelten die leeren Ausflugsboote und majestätisch ankerte ein Kreuzfahrtschiff am letzten Pier.
Der Hafen gehört architektonisch nicht zu den Glanzstücken von Oslo. Das Rathaus ist unverwechselbar häßlich, ebenso das Gebäude der Handelsbanken daneben. 
Ganz anders verhält es sich mit dem Königspalast, der schön renoviert den Besucher der nicht weit entfernten Einkaufsstraße grüßt.Mit der Straßenbahn fuhren wir am Nachmittag zum Vigeland-Park. Der Bildhauer Vigeland schuf hier eine sehr interessante, expressionistische Parklandschaft mit
vielen Skulpturen, Brunnen und e
inem Obelisken.
Die Betrachter und –innen nahmen oftmals die Posen der Abgebildeten an und ließen sich fotografieren.
Eine Gruppe von Asiatinnen stach mit ihren bunten Gewändern aus der Masse der Touristen heraus. Es war sehr hübsch anzusehen, wie köstlich sie sich amüsierten. Zur Stärkung nahmen wir noch einen Capuccino zu uns und fuhren wieder zurück zum Hotel. Nach einem kleinen Nachmittagsschläfchen besuchten Martin und ich noch das Intellektuellenviertel.Freitag, 14. August
Der Tag begann für mich sehr früh. Um 6.30 Uhr läutete der Wecker und ich benötigte bis 7 Uhr, um alle Kabel unsereres 6-fach-Steckers zu entwirren und einzeln einzupacken. Langsam sortierte ich meine Wäsche und meine Postkarten. Die Burschen schliefen noch als ich zum Frühstück ging. Um 8 Uhr verabschiedete ich mich von ihnen. Denn ich musste rechtzeitig beim Flughafen sein. Das Einchecken von Rädern und Gepäck kann manchmal recht langwierig sein, wie wir dies in Stockholm erlebt haben. Aber diesmal ging alles wirklich ruckizucki. Kurz vor 15 Uhr befand ich mich bereits am Flughafen in Berlin. Das Rad war bereits wieder vollbepackt. Die Wiedersehensfreude mit meiner Frau war sehr groß, schließlich hatten wir uns jetzt über 5 Wochen nicht gesehen. Sie hatte uns ein schönes Hotelzimmer reserviert. Sie fuhr mit dem Bus, ich mit dem Rad. Wir trafen uns wieder bei einer U-Bahnstation und ließen uns recht gemütlich von der Berliner U-Bahn bis knapp vor die Hoteltüre bringen. Am Abend gingen wir noch ins KaDeWe und ich kaufte mir einen guten Rasierer.
Samstag, 15. August
Zum Frühstück erschien ich bereits sehr kultiviert, glatt rasiert und mit frischem T-Shirt. Schön langsam realisierte ich, wie einfach ich die letzten paar Wochen gereist bin. Das Frühstücksbuffet bestand aus guten Wurst- und Käsesorten, Müsli, Joghurt, Marmelade, frischem Gebäck. Ich konnte so viel essen, wie ich wollte. Ich hatte nämlich den ehelichen Auftrag erhalten, meine Fettreserven zumindest auf ein erträgliches Maß wieder aufzufüllen. Man konnte nämlich derzeit jede einzelne Rippe, jeden nur vorhandenen Knochen leicht erspüren. Durchtrainierte Muskeln hatten die Fettpölsterchen ersetzt.
Nach dem Frühstück suchten wir einen Fahrradverleih in der Motzstraße auf, da wir gemeinsam am Fahrrad meinen 3.000sten Kilometer abfahren wollten.
Tatsächlich benötigten wir dazu nur 700 Meter, dann war es soweit. Direkt vor der U-Bahn-Station Nollendorfplatz wurde dieser Kilometer vollendet und per Foto festgehalten. An diesem Tag machten wir noch eine kleine Fotosafari durch die Stadt (Schloss Charlottenburg,
Siegessäule,
Bauhaus-Museum, Alexanderplatz).Sonntag, 16. August
Der Wannsee wird in sehr vielen deutschen Schlagern besungen und wir wollten diesen romantischen See auch einmal besuchen. Weil Berlin sehr flach ist, können Sportlerinnen im Aufbautraining 20 bis 30 Kilometerdistanzen mit 14km/h spielend bewältigen. Das Ufer des Wannsees entpuppte sich als reichlich bevölkert und im Wasser musste man aufpassen, nicht überschwommen oder gar überfahren zu werden. Die Schiffsdichte entsprach einer mittleren Autobahn!
Wie wir später feststellen mussten, hatten wir an der engsten Stelle des Sees gebadet und der eigentliche Wannsee befand sich ca. 9 km entfernt.Montag, 17. August
Ein typischer Shoppingtag. Ausbeute: 1 lange Hose, 1 kurze Hose, Bücher (Sloterdijk, Eschbach, Gombrich, Plath, Bourdieu), CDs.
Dienstag, 18. August
Wir erkundeten den Stadtteil Prenzlauerberg und probierten eine klassische Currywurst bei Konnopke.
Die Stadt hatte sich seit unserem letzten Aufenthalt vor drei Jahren kaum verändert. Der Palast der Republik wurde abgerissen und nun bevölkerten junge Menschen die brachliegende Fläche, um die Sonnenstrahlen zu genießen. Man kann nur hoffen, dass die Stadt Berlin weiterhin an ihrer Schuldenlast laboriert und sich keinen Neubau für diese Fläche leisten kann, denn es ist wirklich ein sehr netter Fleck zum Verweilen. Die Bevölkerung von Berlin war sehr freundlich zu uns Österreichern gewesen. Die „Berliner Schnauze“ hatten wir nicht erlebt. Zur selben Zeit fand auch die Leichtathletik-WM in Berlin statt. Vor dem Brandenburger Tor hatten die Veranstalter die Siegestribüne für die Outdoor-Bewerbe, z.B. der sportlichen Geherinnen, aufgebaut. Aus gegebenem Anlass hatte ich mich jeden Abend mit einem isotonischen Getränk (Bier) gedopt. Ich war den hohen Alkoholanteil im Bier nicht mehr gewohnt.
Obwohl ich das Schöfferhofen-Weizen, das laut Werbung „so schön im Bauchnabel prickelt“, am ersten Abend ausprobierte und meinte, dass es ein Leichtbier wäre, musste ich beim Nachhauseweg nach einem Krügerl leicht gestützt werden, um den geraden Nachhauseweg nicht mit Kurven zu versehen. Ich schlief dann relativ rasch ein.Mittwoch, 19. August
Wer hätte das gedacht: Um zum Müggelsee zu kommen, benötigt man eine Fähre!
Alle 20 Minuten schippert ein Süßwasserkapitän über die Spree und bringt Passanten ans gegenüberliegende Ufer. Die Überfahrt dauert drei Minuten. Leider gibt es an Bord keine Verpflegung, aber wir hielten durch bis zur nächsten Currywurstbude. Dort probierte ich auch zum ersten Mal eine Berliner Weisse mit Waldmeister. Ein grünes Bier!
Es schmeckte, so wie es aussah: künstlich und grauslich! Der weitere Radweg war wunderschön durch den Wald angelegt mit kleinen Möglichkeiten, ans Ufer des Sees zu kommen.
Ein kleiner Abstecher in die Altstadt von Köpenick und ein guter Kaffee gaben uns Kraft für die nächsten Kilometer.
Am späteren Nachmittag machten wir von einer Badegelegenheit in einer schmalen Bucht Gebrauch und blieben bis am Abend.
Dann ging es am Nordufer über Kleinvenedig zurück zur S-Bahn Richtung Stadtmitte.Donnerstag, 13. August 2009
Der Weg nch Oslo
Dienstag, 11. August
Aus gutem Grund hatten wir uns am Abend zuvor zwei Wecker gestellt. Nach 157 Kilometern am Rad mit absolvierten 900 Höhenmetern hat man einen ausgezeichneten Tiefschlaf, der sehr lange dauern kann. Die norwegischen Hotels haben keine wirklich Radlerfreundlichen Frühstückszeiten (6 Uhr bis 10 Uhr). Wir begaben uns um 9.45 Uhr zum Frühstück, räumten das Buffet leer, tranken den gesamten Orangensaft, aßen alle Joghurts und legten uns bis 12 Uhr wieder hin. Ein bißchen sah man es uns an, dass der letzte Tag für uns anstrengend gewesen war. Der neue Elan wollte sich nicht einstellen.
Wir blieben bis 14.30 Uhr an der Bar hängen, schlürften ein kaltes Cola gingen Obst und Getränke kaufen. Peter ließ seine Gangschaltung von einem wirklichen Profi nachjustieren und ich kaufte mir ein Stirnband, da die Innenseite meines Helms sich aufzulösen begann. Martin saß in einer Seitenstraße und beobachtete die Passanten.
Die ersten zehn Kilometer waren die schwersten. Wir kamen nicht in die Gänge.
Eine Werbung am Straßenrand forderte uns ebenfalls auf, uns auszuruhen. Leider hatten wir keine Frauen bzw. Freundinnen dabei, an die wir uns so schön rankuscheln konnten! So mußten wir weiter in unsere Pedale treten. Das Wetter verschlechterte sich zusehends. Dicke, schwarze Regenwolken hingen über uns. Es war zeitweise so dunkel wie um 23 Uhr. Doch wir hatten wieder einmal Glück: Der Regen fing erst an, wie wir ein Hotdog schmausten. Nun kann man sich natürlich fragen, ob wir nicht schon langsam an Mangelernährung leiden würden, da wir so viel Fleisch und vor allem soviel Fastfood zu uns genommen hatten. Unter angehenden Ernährungswissenschaftlern gibt es hierfür ein sehr aufschlußreiches Quiz. „Stellen Sie sich vor, Sie überleben einen Flugzeugabsturz, sie schwimmen zu einer einsamen Insel und sitzen hungrig am Strand. Da tauchen vor ihnen drei Kisten im Meer auf. Weil die Strömung so stark ist und Sie selbst schon so schwach, können Sie nur eine Kiste an Land retten. Für welche Kiste entscheiden Sie sich: Die erste Kiste beinhaltet Avocados, die zweite Mangos und die dritte Hotdogs?“ – Die meisten würden eine der beiden ersten Kisten wählen, doch das ist falsch! Hotdogs beinhalten alle Vitamine und Nährstoffe, die Sie zum überleben benötigen. Sie können sogar ein ganzes Jahr nur Hotdogs essen und davon keine Mangelerscheinung haben! Manche afrikanische Naturvölker ernähren sich nur von Fleisch! Eine interessante, halbwissenschaftliche Untersuchung eines amerikanischen Zahnarztes ergab, dass vor allem jene Bevölkerungsgruppen zahnärztliche Hilfe benötigen, die sich nicht landestypisch ernähren!
Kaum war der Regenschauer vorbei, ging es weiter. Die Lands
chaft hatte sich in den letzten paar Tagen kaum verändert. Wir folgten weiter dem Flußverlauf. Sehr viel Landwirtschaft wurde hier betrieben. Die Bauern hatten z.T. schon das Heu eingeholt und zusammengerollt. Bei manchen Bauernhöfen stank es gewaltig nach Schweinemist, bei anderen lungerten Kühe auf der Weide und schauten uns faul an. Schafe überquerten die Straße. Diesmal suchten wir uns einen Campingplatz mit Hütten in Tangen aus. Die 75 Tageskilometer reichten uns. Wi
r erhielten eine sehr schöne Hütte mit Blick auf den See zu einem günstigen Preis. Der Vermieter war ein sehr ordentlicher Mann. Er wie
s mich daraufhin, dass wir die Hütte in einem ordentlichen Zustand wieder verlassen und aufwaschen müssen. Leider konnte ich nicht herausfinden, wieviele deutsche Camper sich hier niedergelassen haben. Wir empfehlen unseren deutschen Nachbarn diesen Campingplatz wärmstens!
Von der Statur und dem Gehabe erinnerte mich der Vermieter an den Besitzer des Kaffeehauses Rebecca. Ich hätte ihn fragen sollen, ob er einen Bruder oberhalb des Polarkreises hat!
Mittwoch, 12. August
100 Kilometer waren es noch bis Oslo. Es stand uns also eine kleine Tagestour bevor. Nichts aufregendes, keine hohen Berge, Pässe, Schneefelder, Rentierherden. Trotzdem waren wir alle ein bisserl wortkarg beim Frühstück. Letzter gemeinsamer Tag am Rad, letzte Aufenthalte an Tankstellen, letztes Stürmen eines Coop-Supermarktes in der Wildnis, um Obst und Getränke zu kaufen. Um 12 Uhr ging es dann los. Wir rollten einmal einen Hügel hinauf. Schließlich hatten wir soviel Kraft gesammelt, dass eine ein Kilometer Steigung von 6 Prozent uns als Ebene erschien.
Dort befand sich ein kleiner Interspar. Ich hatte irrsinnigen Gusto auf ein Battery und Martin auch. Martin hatte die Idee, dass er zuwenig Luft im Hinterrad hätte und fing an, dieses aufzupumpen. Leider zerstörte er sich dabei sein Ventil und wir mussten wiedereinmal in bewährter Teamarbeit seinen Reifen wechseln. Nach 2.800 Kilometern und niemals geputzt wird man halt ein bisserl dreckig beim Reifen montieren. Peter sah aus wie ein richtiger Mechaniker nach 12 Stunden Arbeit, Martin ebenso. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe, das Rad als gesamtes hochzuhalten und wurde daher nicht schmutzig. Peter hatte doch tatsächlich die Absicht, so wie er aussah weiter zufahren. Aufgrund meiner gewissenhaften Aufsichtspflicht, wies ich ihn aber an, sich die Hände waschen zu gehen. Im Interspar gab es aber keine Toilette, so wurde er zur Kirche auf dem Hügel geschickt. Fünf Minuten später hatte auch Martin das Bedürfnis, sich die Hände zu waschen, nur leider fand er den Weg zur Kirche nicht, die zwar vor ihm auf dem Hügel lag, aber da es zwei Wege gab, einen direkten und einen mit einer weiteren, umständlicheren Anfahrt, war es für ihn unmöglich den Zielort zu erreichen. Peter schwärmte nachher von der gut duftenden Seife und dem warmen Wasser. Er war blitzblank sauber. Martin wusch sich mit ein bisschen Wasser aus der Wasserflasche und war halbwegs sauber. Martin hatte nun den Rekord in kaputten Reifen aufgestellt: Zwei hinten, einen Vorne!
Dann ging es weiter. Wir fuhren entlang des Sees auf dem Fahrradweg. Es war wirklich herrlich ruhig. Neben uns brauste hie und da ein Zug vorbei. Manchmal kreuzten sich die Wege mit der E6, dann ging es wieder hügelig dahin über andere Landstraßen. Oslo kam immer näher, 89 Kilometer, 75 Kilometer, 40 Kilometer. Ein letztes Hotdog, ein letztes kaltes Cola in einem Vorort. Da wir uns noch auf 170 Metern Seehöhe befanden, dachten wir, dass uns jetzt 30 Kilometer vor Oslo eine gemütliche Abfahrt, ein entspannendes Hineinrollen in die Stadt bevorstand. Doch zwei Hügel galt es noch zu überwinden, für jemanden, der bereits 88 Kilometer an diesem Tag geradelt war und sich auf eine große Pizza freute, weil man fast noch nichts gegessen hatte, waren es halbe Berge. Zweimal mußten wir nach dem Fahrradweg suchen. Die Streckenführung war nun etwas konfus. Am zweiten Hügel stand dann bei der Abfahrt endlich das Ortsschild von Oslo. Wir bremsten scharf ab, stellten unsere Räder daneben.
Martin baute sein Stativ auf und schon machten wir mit meiner Kamera mehrere Fotos von uns. Wir waren stolz auf uns, denn wir hatten einen Tag früher Oslo erreicht als geplant!
Ich machte noch schnell ein Foto von meinem GPS-Gerät, Peter von meinem verschwitzten Rücken.
Die Abfahrt ins Zentrum dauerte etwas. Wir wurden öfters von Wagemutigen älteren männlichen Mountainbikern überholt. Sie riefen uns zu, dass wir uns rechts halten sollen. An die zivilisatorischen Spielregeln dieser Stadt mussten wir uns erst gewöhnen, schließlich hatten wir die letzten drei Tage Landstraßen und Forststraßen fast für uns allein. Da waren wir die Kings of the Road gewesen, jetzt langsame, behäbige Reiseradler. Wobei, es stimmt nicht ganz. Einmal überholte uns ein Pärchen auf den Mountainbikes, während wir nach einem geeigneten Hotdog-Verkäufer suchten. Das konnten wir nicht auf uns sitzen lassen und nahmen Fahrt auf. Wenn mir nicht nach drei Kilometer Verfolgung mein Schmutzwäschesack vom Rad gekippt wäre, hätten wir uns wieder zurückgerundet.
Um Geld zu sparen, wollten wir in Oslo in der Jugendherberge zwei Nächte bleiben, aber es gab keinen Platz! Nun mußten wir auf Herbergssuche gehen. Im Zentrum fragten wir zwei junge Männer, wo sich Hotels befänden, denn seit der Jugendherberge hatten wir kein einziges gesehen! Die beiden sagten, dass gleich um die Ecke ein gutes, aber teures wäre und zwei Straßen weiter ein Budget Hotel. Wir fuhren am ersten vorbei. Crown Plaza hätte sämtlichen Kreditkartenrahmen gesprengt und gleich zum Budget Hotel. Dieses Mal hatten wir wirklich Glück, denn das letzte Zimmer für die nächsten zwei Nächte wurde an uns vergeben. Es war ein sehr einfaches, kleines Zimmer mit zwei Stockbetten, einer Dusche und WC. Ein Flachbildfernseher mit den relevantesten Sendern war ebenfalls vorhanden – Zum Preis von einer Hütte und billiger als die Jugendherberge! Wir fühlten uns pudelwohl. Mit soviel Luxus hatten wir nicht gerechnet! Martin und Peter machten sich stadtfertig, ich blieb in meiner kurzen Radlerhose.
Dies war auch eine kleine Referenz an die Schotten, die zu tausenden mit ihren Schottenröcken die Stadt bevölkerten. Heute war nämlich auch das Match Norwegen gegen Schottland, das 4:0 für Norwegen ausging. Dementsprechend gedrückt saßen die Schotten bei einem Bier in der Innenstadt herum. Wir gingen zu Peppe’s Pizza und schlugen uns die Bäuche voll. Peter und ich bestellten uns eine große Pizza, Martin eine mittlere Pizza. Die Kellnerin wollte uns auf unseren „Irrtum“ hinweisen, denn eine große Pizza reicht normalerweise für drei Personen, eine mittlere für zwei. Aber wir wußten, was uns erwartete und versicherten ihr, dass die Bestellung schon richtig sei. Natürlich verputzten wir die Pizzen in Rekordgeschwindigkeit. Kein Krümelchen befand sich auf unseren Tellern. Wir wollten danach noch ein Dessert, aber die Küche hatte schon geschlossen. So trotteten wir ohne süßen Nachschlag zurück ins Hotel und schliefen sehr schnell ein.
Aus gutem Grund hatten wir uns am Abend zuvor zwei Wecker gestellt. Nach 157 Kilometern am Rad mit absolvierten 900 Höhenmetern hat man einen ausgezeichneten Tiefschlaf, der sehr lange dauern kann. Die norwegischen Hotels haben keine wirklich Radlerfreundlichen Frühstückszeiten (6 Uhr bis 10 Uhr). Wir begaben uns um 9.45 Uhr zum Frühstück, räumten das Buffet leer, tranken den gesamten Orangensaft, aßen alle Joghurts und legten uns bis 12 Uhr wieder hin. Ein bißchen sah man es uns an, dass der letzte Tag für uns anstrengend gewesen war. Der neue Elan wollte sich nicht einstellen.
Wir blieben bis 14.30 Uhr an der Bar hängen, schlürften ein kaltes Cola gingen Obst und Getränke kaufen. Peter ließ seine Gangschaltung von einem wirklichen Profi nachjustieren und ich kaufte mir ein Stirnband, da die Innenseite meines Helms sich aufzulösen begann. Martin saß in einer Seitenstraße und beobachtete die Passanten.Die ersten zehn Kilometer waren die schwersten. Wir kamen nicht in die Gänge.
Eine Werbung am Straßenrand forderte uns ebenfalls auf, uns auszuruhen. Leider hatten wir keine Frauen bzw. Freundinnen dabei, an die wir uns so schön rankuscheln konnten! So mußten wir weiter in unsere Pedale treten. Das Wetter verschlechterte sich zusehends. Dicke, schwarze Regenwolken hingen über uns. Es war zeitweise so dunkel wie um 23 Uhr. Doch wir hatten wieder einmal Glück: Der Regen fing erst an, wie wir ein Hotdog schmausten. Nun kann man sich natürlich fragen, ob wir nicht schon langsam an Mangelernährung leiden würden, da wir so viel Fleisch und vor allem soviel Fastfood zu uns genommen hatten. Unter angehenden Ernährungswissenschaftlern gibt es hierfür ein sehr aufschlußreiches Quiz. „Stellen Sie sich vor, Sie überleben einen Flugzeugabsturz, sie schwimmen zu einer einsamen Insel und sitzen hungrig am Strand. Da tauchen vor ihnen drei Kisten im Meer auf. Weil die Strömung so stark ist und Sie selbst schon so schwach, können Sie nur eine Kiste an Land retten. Für welche Kiste entscheiden Sie sich: Die erste Kiste beinhaltet Avocados, die zweite Mangos und die dritte Hotdogs?“ – Die meisten würden eine der beiden ersten Kisten wählen, doch das ist falsch! Hotdogs beinhalten alle Vitamine und Nährstoffe, die Sie zum überleben benötigen. Sie können sogar ein ganzes Jahr nur Hotdogs essen und davon keine Mangelerscheinung haben! Manche afrikanische Naturvölker ernähren sich nur von Fleisch! Eine interessante, halbwissenschaftliche Untersuchung eines amerikanischen Zahnarztes ergab, dass vor allem jene Bevölkerungsgruppen zahnärztliche Hilfe benötigen, die sich nicht landestypisch ernähren!Kaum war der Regenschauer vorbei, ging es weiter. Die Lands
chaft hatte sich in den letzten paar Tagen kaum verändert. Wir folgten weiter dem Flußverlauf. Sehr viel Landwirtschaft wurde hier betrieben. Die Bauern hatten z.T. schon das Heu eingeholt und zusammengerollt. Bei manchen Bauernhöfen stank es gewaltig nach Schweinemist, bei anderen lungerten Kühe auf der Weide und schauten uns faul an. Schafe überquerten die Straße. Diesmal suchten wir uns einen Campingplatz mit Hütten in Tangen aus. Die 75 Tageskilometer reichten uns. Wi
r erhielten eine sehr schöne Hütte mit Blick auf den See zu einem günstigen Preis. Der Vermieter war ein sehr ordentlicher Mann. Er wie
s mich daraufhin, dass wir die Hütte in einem ordentlichen Zustand wieder verlassen und aufwaschen müssen. Leider konnte ich nicht herausfinden, wieviele deutsche Camper sich hier niedergelassen haben. Wir empfehlen unseren deutschen Nachbarn diesen Campingplatz wärmstens!
Von der Statur und dem Gehabe erinnerte mich der Vermieter an den Besitzer des Kaffeehauses Rebecca. Ich hätte ihn fragen sollen, ob er einen Bruder oberhalb des Polarkreises hat!Mittwoch, 12. August
100 Kilometer waren es noch bis Oslo. Es stand uns also eine kleine Tagestour bevor. Nichts aufregendes, keine hohen Berge, Pässe, Schneefelder, Rentierherden. Trotzdem waren wir alle ein bisserl wortkarg beim Frühstück. Letzter gemeinsamer Tag am Rad, letzte Aufenthalte an Tankstellen, letztes Stürmen eines Coop-Supermarktes in der Wildnis, um Obst und Getränke zu kaufen. Um 12 Uhr ging es dann los. Wir rollten einmal einen Hügel hinauf. Schließlich hatten wir soviel Kraft gesammelt, dass eine ein Kilometer Steigung von 6 Prozent uns als Ebene erschien.
Dort befand sich ein kleiner Interspar. Ich hatte irrsinnigen Gusto auf ein Battery und Martin auch. Martin hatte die Idee, dass er zuwenig Luft im Hinterrad hätte und fing an, dieses aufzupumpen. Leider zerstörte er sich dabei sein Ventil und wir mussten wiedereinmal in bewährter Teamarbeit seinen Reifen wechseln. Nach 2.800 Kilometern und niemals geputzt wird man halt ein bisserl dreckig beim Reifen montieren. Peter sah aus wie ein richtiger Mechaniker nach 12 Stunden Arbeit, Martin ebenso. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe, das Rad als gesamtes hochzuhalten und wurde daher nicht schmutzig. Peter hatte doch tatsächlich die Absicht, so wie er aussah weiter zufahren. Aufgrund meiner gewissenhaften Aufsichtspflicht, wies ich ihn aber an, sich die Hände waschen zu gehen. Im Interspar gab es aber keine Toilette, so wurde er zur Kirche auf dem Hügel geschickt. Fünf Minuten später hatte auch Martin das Bedürfnis, sich die Hände zu waschen, nur leider fand er den Weg zur Kirche nicht, die zwar vor ihm auf dem Hügel lag, aber da es zwei Wege gab, einen direkten und einen mit einer weiteren, umständlicheren Anfahrt, war es für ihn unmöglich den Zielort zu erreichen. Peter schwärmte nachher von der gut duftenden Seife und dem warmen Wasser. Er war blitzblank sauber. Martin wusch sich mit ein bisschen Wasser aus der Wasserflasche und war halbwegs sauber. Martin hatte nun den Rekord in kaputten Reifen aufgestellt: Zwei hinten, einen Vorne!
Dann ging es weiter. Wir fuhren entlang des Sees auf dem Fahrradweg. Es war wirklich herrlich ruhig. Neben uns brauste hie und da ein Zug vorbei. Manchmal kreuzten sich die Wege mit der E6, dann ging es wieder hügelig dahin über andere Landstraßen. Oslo kam immer näher, 89 Kilometer, 75 Kilometer, 40 Kilometer. Ein letztes Hotdog, ein letztes kaltes Cola in einem Vorort. Da wir uns noch auf 170 Metern Seehöhe befanden, dachten wir, dass uns jetzt 30 Kilometer vor Oslo eine gemütliche Abfahrt, ein entspannendes Hineinrollen in die Stadt bevorstand. Doch zwei Hügel galt es noch zu überwinden, für jemanden, der bereits 88 Kilometer an diesem Tag geradelt war und sich auf eine große Pizza freute, weil man fast noch nichts gegessen hatte, waren es halbe Berge. Zweimal mußten wir nach dem Fahrradweg suchen. Die Streckenführung war nun etwas konfus. Am zweiten Hügel stand dann bei der Abfahrt endlich das Ortsschild von Oslo. Wir bremsten scharf ab, stellten unsere Räder daneben.
Martin baute sein Stativ auf und schon machten wir mit meiner Kamera mehrere Fotos von uns. Wir waren stolz auf uns, denn wir hatten einen Tag früher Oslo erreicht als geplant!
Ich machte noch schnell ein Foto von meinem GPS-Gerät, Peter von meinem verschwitzten Rücken.
Die Abfahrt ins Zentrum dauerte etwas. Wir wurden öfters von Wagemutigen älteren männlichen Mountainbikern überholt. Sie riefen uns zu, dass wir uns rechts halten sollen. An die zivilisatorischen Spielregeln dieser Stadt mussten wir uns erst gewöhnen, schließlich hatten wir die letzten drei Tage Landstraßen und Forststraßen fast für uns allein. Da waren wir die Kings of the Road gewesen, jetzt langsame, behäbige Reiseradler. Wobei, es stimmt nicht ganz. Einmal überholte uns ein Pärchen auf den Mountainbikes, während wir nach einem geeigneten Hotdog-Verkäufer suchten. Das konnten wir nicht auf uns sitzen lassen und nahmen Fahrt auf. Wenn mir nicht nach drei Kilometer Verfolgung mein Schmutzwäschesack vom Rad gekippt wäre, hätten wir uns wieder zurückgerundet.Um Geld zu sparen, wollten wir in Oslo in der Jugendherberge zwei Nächte bleiben, aber es gab keinen Platz! Nun mußten wir auf Herbergssuche gehen. Im Zentrum fragten wir zwei junge Männer, wo sich Hotels befänden, denn seit der Jugendherberge hatten wir kein einziges gesehen! Die beiden sagten, dass gleich um die Ecke ein gutes, aber teures wäre und zwei Straßen weiter ein Budget Hotel. Wir fuhren am ersten vorbei. Crown Plaza hätte sämtlichen Kreditkartenrahmen gesprengt und gleich zum Budget Hotel. Dieses Mal hatten wir wirklich Glück, denn das letzte Zimmer für die nächsten zwei Nächte wurde an uns vergeben. Es war ein sehr einfaches, kleines Zimmer mit zwei Stockbetten, einer Dusche und WC. Ein Flachbildfernseher mit den relevantesten Sendern war ebenfalls vorhanden – Zum Preis von einer Hütte und billiger als die Jugendherberge! Wir fühlten uns pudelwohl. Mit soviel Luxus hatten wir nicht gerechnet! Martin und Peter machten sich stadtfertig, ich blieb in meiner kurzen Radlerhose.
Dies war auch eine kleine Referenz an die Schotten, die zu tausenden mit ihren Schottenröcken die Stadt bevölkerten. Heute war nämlich auch das Match Norwegen gegen Schottland, das 4:0 für Norwegen ausging. Dementsprechend gedrückt saßen die Schotten bei einem Bier in der Innenstadt herum. Wir gingen zu Peppe’s Pizza und schlugen uns die Bäuche voll. Peter und ich bestellten uns eine große Pizza, Martin eine mittlere Pizza. Die Kellnerin wollte uns auf unseren „Irrtum“ hinweisen, denn eine große Pizza reicht normalerweise für drei Personen, eine mittlere für zwei. Aber wir wußten, was uns erwartete und versicherten ihr, dass die Bestellung schon richtig sei. Natürlich verputzten wir die Pizzen in Rekordgeschwindigkeit. Kein Krümelchen befand sich auf unseren Tellern. Wir wollten danach noch ein Dessert, aber die Küche hatte schon geschlossen. So trotteten wir ohne süßen Nachschlag zurück ins Hotel und schliefen sehr schnell ein.
Von Tynset nach Rena
Montag, 10. August
Schafe, Kühe, Möwen, Handy, Wecker haben uns in der Früh bereits aus dem Schlaf gerissen. Diesmal war es ein Bagger, der undefinierbare Schürfgeräusche um 7 Uhr in der Früh hinter unserer Hütte von sich gab. Wir ließen die Bauarbeiter noch ein wenig schwitzen, bis wir uns um 11 Uhr zeigten. Sie hatten uns über Nacht eine vollkommen neue, schön asphaltierte Umfahrungstraße vor die Hüttentüre gebaut! Die Spuren unserer Räder sind somit für die nächsten 20 Jahre in Tynset verewigt.
Die ersten Kilometer führten uns Hügelauf- und hügelabwärts den Fluß entlang. Irgendwann einmal wurde uns der Verkehr zu viel.
Es war nicht so sehr das
Verkehrsaufkommen, sondern der Lärm der Laster. Also wechselten wir auf eine kleine Forststraße. Zuerst war sie geschottert, da sie gleich neben der Bahn führte, dann war sie aus einfacher dunkler Erde. Bauern, die uns mit ihren alten Traktoren begegneten, winkten uns freundlich zu. Ein alter Mann beobachtete uns ganz genau durch das geschlossene Fenster, als wir eine Bananenpause machten. Wir nahmen die Schalen natürlich wieder mit, da wir ihn nicht verschrecken wollten und er in zwei, drei Jahren eine Bananenstaude vor seinem großen Fenster zu begutachten hätte. Es war wirklich angenehm zwischen den Bauernhäusern, den Wäldern und Feldern nebeneinander her zu fahren. Jede dreiviertel Stunde überholte uns ein Auto oder kam uns eines entgegen. Von der Ferne hörten wir die Laster, die auf der Dreier fuhren.
Plötzlich tauchte vor uns ein großer Lastwagen mit Baumstämmen auf. Forstarbeiter beluden ihn gerade mit frisch geschnittenen Nadelbäumen, andere saßen zufrieden auf einem Holzstapel und kommentierten das Treiben.
Wir fuhren langsam am Lastwagen vorbei und achteten darauf, dass uns keine Späne ein Loch in unsere Reifen bohrten. Nach etwa 20 Minuten überholte uns der Lastwagen, ein Forstarbeiterjeep und eine Polizeistreife. Beide Polizisten winkten uns fröhlich zu. Die Fahrt verging wie im Flug. In Koppang machten wir eine längere Rast. Ein Hotdog für jeden, eine Süßigkeitenbox und eine Box mit Nüssen vernaschten wir in Nullkommanix. Wir hatten nun mehrere Optionen. Erstens wir übernachten in Koppang in einem Hotel, denn 97 Tageskilometer hatten wir bereits absolviert oder zweitens wir fuhren weiter zu einen der drei kommenden Campingplätzen und mieten uns eine Hütte. Es hatte nämlich leicht zu nieseln angefangen. Die zweite Alternative gefiel uns aus sportlichen und finanziellen Gründen besser. Der erste Campingplatz nach 8 Kilometern war nicht existent. Der zweite Campingplatz entpuppte sich als Gästehaus, der dritte war beim besten Willen nicht zu finden. Wir waren aufgrund des Kartenstudiums davon überzeugt, dass es auch in weiteren 10 Kilometern einen Campingplatz gab. Leider war die Karte zu optimistisch. Dort wo er sein sollte, war nichts. Schön langsam wurde es dämmrig und 22 Uhr. Wir beschlossen weiter zu fahren, denn ob man nun 120 oder 135 Kilometer am Tag fährt ist letztendlich auch schon egal. Bei Kilometer 135 und einem weiteren nicht existierenden Campingplatz beschlossen wir gleich weitere 24 Kilometer nach Rena zu fahren. Dies war der nächste größere Ort, für norwegische Verhältnisse größere Stadt, mit einem Hotel und einem Campingplatz. Mit 25 bis 30 Stundenkilometern rasten wir die Forststraße entlang, denn wir wollten Rena noch vor 23 Uhr erreichen. Doch leider hatte Martin mitten auf der Strecke einen Patschen und wir mußten im strömenden Regen den Reifen wechseln. Der Boxenstopp dauerte nicht einmal 15 Minuten und schon ging es wieder dahin. Um 24 Uhr hatten wir es endlich geschafft. Die letzten Kilometer waren dann doch länger als gedacht, aber dafür belohnten wir uns mit einem hervorragenden Best-Western Hotel in Rena. Großes Zimmer, großer Fernseher mit BBC-Sender, coole Bar mit hervorragenden Chips und Bier. Und für Peter ein Wasserkocher am Zimmer zum Tee-Kochen. Wir genossen noch jeder eine sehr lange heiße Dusche, dann schliefen wir erschöpft ein.
Schafe, Kühe, Möwen, Handy, Wecker haben uns in der Früh bereits aus dem Schlaf gerissen. Diesmal war es ein Bagger, der undefinierbare Schürfgeräusche um 7 Uhr in der Früh hinter unserer Hütte von sich gab. Wir ließen die Bauarbeiter noch ein wenig schwitzen, bis wir uns um 11 Uhr zeigten. Sie hatten uns über Nacht eine vollkommen neue, schön asphaltierte Umfahrungstraße vor die Hüttentüre gebaut! Die Spuren unserer Räder sind somit für die nächsten 20 Jahre in Tynset verewigt.
Die ersten Kilometer führten uns Hügelauf- und hügelabwärts den Fluß entlang. Irgendwann einmal wurde uns der Verkehr zu viel.
Es war nicht so sehr das
Verkehrsaufkommen, sondern der Lärm der Laster. Also wechselten wir auf eine kleine Forststraße. Zuerst war sie geschottert, da sie gleich neben der Bahn führte, dann war sie aus einfacher dunkler Erde. Bauern, die uns mit ihren alten Traktoren begegneten, winkten uns freundlich zu. Ein alter Mann beobachtete uns ganz genau durch das geschlossene Fenster, als wir eine Bananenpause machten. Wir nahmen die Schalen natürlich wieder mit, da wir ihn nicht verschrecken wollten und er in zwei, drei Jahren eine Bananenstaude vor seinem großen Fenster zu begutachten hätte. Es war wirklich angenehm zwischen den Bauernhäusern, den Wäldern und Feldern nebeneinander her zu fahren. Jede dreiviertel Stunde überholte uns ein Auto oder kam uns eines entgegen. Von der Ferne hörten wir die Laster, die auf der Dreier fuhren.
Plötzlich tauchte vor uns ein großer Lastwagen mit Baumstämmen auf. Forstarbeiter beluden ihn gerade mit frisch geschnittenen Nadelbäumen, andere saßen zufrieden auf einem Holzstapel und kommentierten das Treiben.
Wir fuhren langsam am Lastwagen vorbei und achteten darauf, dass uns keine Späne ein Loch in unsere Reifen bohrten. Nach etwa 20 Minuten überholte uns der Lastwagen, ein Forstarbeiterjeep und eine Polizeistreife. Beide Polizisten winkten uns fröhlich zu. Die Fahrt verging wie im Flug. In Koppang machten wir eine längere Rast. Ein Hotdog für jeden, eine Süßigkeitenbox und eine Box mit Nüssen vernaschten wir in Nullkommanix. Wir hatten nun mehrere Optionen. Erstens wir übernachten in Koppang in einem Hotel, denn 97 Tageskilometer hatten wir bereits absolviert oder zweitens wir fuhren weiter zu einen der drei kommenden Campingplätzen und mieten uns eine Hütte. Es hatte nämlich leicht zu nieseln angefangen. Die zweite Alternative gefiel uns aus sportlichen und finanziellen Gründen besser. Der erste Campingplatz nach 8 Kilometern war nicht existent. Der zweite Campingplatz entpuppte sich als Gästehaus, der dritte war beim besten Willen nicht zu finden. Wir waren aufgrund des Kartenstudiums davon überzeugt, dass es auch in weiteren 10 Kilometern einen Campingplatz gab. Leider war die Karte zu optimistisch. Dort wo er sein sollte, war nichts. Schön langsam wurde es dämmrig und 22 Uhr. Wir beschlossen weiter zu fahren, denn ob man nun 120 oder 135 Kilometer am Tag fährt ist letztendlich auch schon egal. Bei Kilometer 135 und einem weiteren nicht existierenden Campingplatz beschlossen wir gleich weitere 24 Kilometer nach Rena zu fahren. Dies war der nächste größere Ort, für norwegische Verhältnisse größere Stadt, mit einem Hotel und einem Campingplatz. Mit 25 bis 30 Stundenkilometern rasten wir die Forststraße entlang, denn wir wollten Rena noch vor 23 Uhr erreichen. Doch leider hatte Martin mitten auf der Strecke einen Patschen und wir mußten im strömenden Regen den Reifen wechseln. Der Boxenstopp dauerte nicht einmal 15 Minuten und schon ging es wieder dahin. Um 24 Uhr hatten wir es endlich geschafft. Die letzten Kilometer waren dann doch länger als gedacht, aber dafür belohnten wir uns mit einem hervorragenden Best-Western Hotel in Rena. Großes Zimmer, großer Fernseher mit BBC-Sender, coole Bar mit hervorragenden Chips und Bier. Und für Peter ein Wasserkocher am Zimmer zum Tee-Kochen. Wir genossen noch jeder eine sehr lange heiße Dusche, dann schliefen wir erschöpft ein.
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